27.04.2017

Hiesige Unternehmen sorgen für Aufschwung in Kirgisistan

Wirtschaft: Fuchtel besucht von der Schmid Group errichtete Produktionsstätte in Bischkek / GWW steuert Know-how bei

Schmid Group in BischkekBesuch der Produktionsstätte in Bischkek (von links): der Freudenstädter Unternehmer Christian Schmid, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und der frühere Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

Freudenstadt / Nagold / Böblingen / Bischkek. Ein Beispiel dafür, wie praktischer Aufschwung in Entwicklungsländern durch unternehmerisches Engagement aus dem Nordschwarzwald entsteht, erlebte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel in Zentralasien. Es gibt bereits Verbindungen nach Freudenstadt und Nagold.

 Die Freudenstädter Schmid Group hat als Generalunternehmerin die Ausrüstung für die erste Modulfabrik Kirgisistans geliefert. Pro Jahr stellt das kirgisische Unternehmen NewTech in der Hauptstadt Bischkek bis zu 120.000 Solarmodule her.

Beim Besuch vor Ort stellte der Parlamentarische Staatssekretär, der mit einer 51-köpfigen Delegation für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den zentralasiatischen Binnenstaat gereist war, außerdem fest, dass sein Wahlkreis Calw/Freudenstadt überhaupt sehr stark in Bischkek präsent ist. In der Modulfabrik stammt viel Technik aus dem Nordschwarzwald. Als Technologieführer der Photovoltaik-Industrie kommt ein Großteil der Maschinen und der Automatisierung von Schmid. Darüber hinaus sind auch ein Hebesystem des Glattener Vakuum-Spezialisten Schmalz und ein Laminator von Bürkle aus Freudenstadt im Einsatz.

 

GWW steuert Know-how beiAndrea Stratmann (Zweite von links) von der Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH (GWW) aus Nagold und Böblingen warb während des Aufenthalts in Kirgisistan, wie hier in der Hauptstadt Bischkek, mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) und dem Freudenstädter Unternehmer Christian Schmid, vielfältig für Inklusion in den Arbeitsmarkt.

 

Beim Abendempfang zum 3. Deutsch-Kirgisischen Tag der Wirtschaft, bei dem das halbe Kabinett inklusive dem kirgisischen Vizepremierminister Oleg Pankratov präsent war, erwähnte Fuchtel in seiner Ansprache: Der Besuch führe eindrucksvoll vor Augen, dass viele konkrete Schritte für die von Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierte Unterstützung Kirgisistans ‎aus der Wirtschaftsregion Nordschwarzwald kommen. Damit seien „sichtbare Bemühungen um eine wirtschaftliche Belebung in Kirgisistan“ in die Wege geleitet worden.

Die Schmid Group unter Leitung von Christian Schmid sei als Pionier in Zentralasien unterwegs, so Fuchtel. „Die Modulfabrik ist ein sichtbarer Erfolg, der zeigt, was möglich ist, wenn Visionen, Mut und Unternehmergeist aufeinandertreffen“, betonte der CDU Politiker.

Dann kam die Sensation des Tages: Christian Schmid kündigte mit wenigen Worten beim Abendempfang an, dass NewTech plant, auch eine Zellproduktion in Kirgisistan zu errichten – wieder mit Schmid als Lieferant.

Sein Redebeitrag habe gezeigt, schmunzelte Fuchtel später, dass süddeutsche Unternehmer zwar sparsam mit Worten umgingen, aber durch Taten auf ganzer Linie zu überzeugen wüssten. In Kirgisistan jedenfalls habe die Schmid Group wichtige Impulse gesetzt.

Der Parlamentarische Staatssekretär dankte außerdem Andrea Stratmann von der Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH (GWW) aus Nagold und Böblingen für ihre Beteiligung und ihren starken Einsatz, der auch während des Aufenthalts in Kirgisistan wichtige Impulse setzte. Stratmann warb vielfältig für Inklusion in den Arbeitsmarkt, gab praktische Hinweise und hielt im Branchenzentrum für Zertifizierung im Gastronomiegewerbe einen Vortrag zur branchenbezogenen Inklusion. Soziale Themen müssten vor dem Hintergrund der Agenda 2030 entsprechend angemessen in die Zusammenarbeit einfließen, betonte Fuchtel. 

Kirgisistan zählt rund 5,5 Millionen Einwohner und grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. Die Delegation traf innerhalb zweier Tage bei über 20 Terminen nahezu mit allen einschlägigen Akteuren des Landes zusammen.

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