01.12.2011

Vier Tage Abgeordneter in Berlin

Realschüler schlüpft in Rolle eines Parlamentariers / Fuchtel schlägt Hendrik Kaes für Planspiel vor


 

Vier Tage Abgeordneter in BerlinHendrik Kaes als Abgeordneter Dr. Michael Brandauer am Rednerpult des Deutschen Bundestages in Berlin.

 

Pfalzgrafenweiler. Mehr als 300 Jugendliche aus ganz Deutschland haben in der Bundeshauptstadt Parlamentarier gespielt. Mittendrin der Realschüler Hendrik Kaes aus Pfalzgrafenweiler, der auch ans Rednerpult des Deutschen Bundestages treten durfte. Doch Hendrik Kaes war nicht Hendrik Kaes, sondern im Planspiel „Jugend und Parlament 2011“ der 32-jährige Industriekaufmann Dr. Michael Brandauer.

Dass Hendrik Kaes einer von 312 Jugendlichen im Zentrum der politischen Macht war, hatte er dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zu verdanken, der ihn für das Planspiel vorgeschlagen hatte. Den politisch stark interessierten jungen Mann hatte der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt schon im November letzten Jahres näher kennen gelernt, als er diesem in seinem Wahlkreisbüro in Altensteig ein Praktikum ermöglichte.

Vier Tage lang durfte Hendrik Kaes in der Bundeshauptstadt Parlamentarier spielen, wurde dafür vorübergehend mit einer neuen Identität ausgestattet und schlüpfte in die Rolle eines Abgeordneten der Christlichen Volkspartei, der schon seit fünf Jahren im Parlament vertreten ist. Ziel des Planspiels ist, den Weg der Gesetzgebung für Jugendliche nachvollziehbarer zu machen. Das ist aus Sicht des jungen Realschülers, dessen berufliches Ziel es ist, am politischen Alltag in Berlin teilzunehmen, voll gelungen. „Ich kann jetzt den Verlauf dieser breiten Gesetzgebung noch viel besser nachvollziehen“, sagte Hendrik Kaes, „zumal das Planspiel perfekt durchorganisiert war“.

Und so diskutierte er zunächst in Arbeitsgruppen der CVP Südwest über die zur Verfügung gestellten Hintergrundinformationen zum Thema Energieversorgung, wobei sein Spezialgebiet der Verkehr war. Gut aufgeklärt ging es sodann in den Ausschuss, um sich mit anderen Parteien wie APD oder ÖSP auseinanderzusetzen. Nach vierstündiger Debatte standen die Entwürfe für die Plenumsdiskussion fest, in deren Verlauf schließlich ein Gesetz verabschiedet wurde. Zurück in Pfalzgrafenweiler konnte sich Hendrick Kaes nur schwer von seiner Dienstkleidung, dem Anzug, trennen.

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