01.06.2017

KfW beim Handwerk

Investition: Vorstandsmitglied aus Frankfurt besucht Nestle Fenster / Fuchtel: Hochinteressanter Geschäftsbereich

KfW beim HandwerkEinen Blick in die Fensterproduktion warf Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe aus Frankfurt, bei Nestle in Hörschweiler. Jürgen Nestle führte seine Gäste durch den Betrieb, darunter auch der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeisterin Annick Grassi (beide rechts im Bild) sowie Vertreter der Kreishandwerkerschaft und der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT).

Waldachtal-Hörschweiler. Kreishandwerksmeister Alexander Wälde zeigte sich sehr erfreut, dass das Handwerk beim Besuch der Chefin des Mittelstandsprogramms in der KfW, Dr. Ingrid Hengster, prominent berücksichtigt wurde. So fand sich das Vorstandsmitglied aus Frankfurt bei der Firma Nestle in Hörschweiler ein, die sich durch Jürgen Nestle und seine beiden Töchter generationenübergreifend präsentierte. Sie zeigten eine beeindruckende Firmenentwicklung auf.

Am Beispiel des Fensterbau-Unternehmens wurde deutlich, dass die KfW gerade für Handwerksbetriebe unterschiedlicher Betriebsgrößen wirksame Mittelstandsförderung betreibt und passgenaue Angebote macht. Das bestätigte Firmenchef Jürgen Nestle ausdrücklich. Die KfW Bankengruppe „erleichtert Unternehmen in Deutschland jene Schritte, die sie gehen müssen, um auf Erfolgskurs zu bleiben“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Hörschweiler, wo die Firma Nestle dank Förderung durch den Bund einen „weiteren Riesensprung“ nach vorne macht.

Fuchtel vertritt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Kreditausschuss und Aufsichtsrat der Bankengruppe, die im Auftrag des Bundes auch das Neubauvorhaben der Fensterbauer in Waldachtal unterstützt. Deshalb hatte er mit Dr. Ingrid Hengster jenes KfW-Vorstandsmitglied nach Waldachtal eingeladen, das bei der Förderbank für die Inlandsförderung zuständig ist. Beide beeindruckte beim Firmenrundgang mit CDU-Mittelstandsvereinigung und Kreishandwerkerschaft der „hochinteressante Geschäftsbereich“, wie Fuchtel anmerkte.

Die Firma Nestle blickt mit ihren 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine fast 400-jährige Geschichte zurück und gilt als ältester Handwerksbetrieb in Baden-Württemberg. Firmengründer Ulrich Nestle machte sich 1622, also mitten im Dreißigjährigen Krieg, im Alter von 25 Jahren als Glaser selbständig.

Mehrmals hat heutige Geschäftsführer Jürgen Nestle das Familienunternehmen nach der Übernahme vor 27 Jahren erweitert, wenngleich der „Spielraum als Handwerksbetrieb nicht allzu groß ist“. 2009 stieg er sogar in den Export ein, um in Länder wie Irland, Frankreich, Schweiz oder Belgien zu liefern. Mit Annkathrin und Janine Nestle ist bereits die nächste Generation in die Geschäftsführung eingestiegen.

Den Schwerpunkt der Produktion verlagerte Nestle 2011 von Tumlingen nach Hörschweiler, wo in wenigen Tagen mit der zweiten Erweiterung durch eine moderne Fenster-Produktionshalle mit 1500 Quadratmeter begonnen wird. Neben einem modernen Aufenthaltsbereich im Freien für die Mitarbeiter werden auch ein Spänesilo und eine Absauganlage mit Wärmerückgewinnung im Gewerbegebiet gebaut. Außerdem wird in ein modernes Homag-Fertigungszentrum investiert.

„Der Mittelstand im Nordschwarzwald ist eine feste Größe“, sagte die Bankerin aus Frankfurt, „ein Unternehmen wie Nestle Fenster, das in der 12. Generation besteht, ist ein beeindruckendes Beispiel. Die KfW steht kleinen und mittleren Unternehmen mit passgenauen Finanzierungen zur Verfügung.“  Die KfW trete als Bank hinter den Banken und ohne Filialnetz nicht in den Regionen auf. „Deshalb sind unsere Finanzierungspartner wie die L-Bank und alle drei Säulen der Kreditwirtschaft vor Ort so wichtig. Denn sie kennen die Kreditnehmer persönlich.“ Die enge Verzahnung sei die Basis für den Erfolg der Förderung.

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