02.06.2017

Kunst für die Bundeskanzlerin

Bildübergabe: Wollherrs Werk erinnert an Eugen-Bolz-Preis / Staatssekretär Fuchtel nimmt Bild mit auf Weg nach Berlin

Kunst für die Bundeskanzlerin Kunst für die Kanzlerin: der Freudenstädter Künstler Reinhard Wollherr (rechts) und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Freudenstadt. Der Freudenstädter Künstler Reinhard Wollherr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eines seiner Bilder geschenkt. Das Werk hat er dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel von Freudenstadt aus mit auf den Weg nach Berlin gegeben.

Es soll die Regierungschefin an ihre Auszeichnung mit dem Eugen-Bolz-Preis in Stuttgart erinnern. Der frühere württembergische Staatspräsident war wegen seines politischen Engagements gegen die Nazi-Diktatur ermordet worden. Auch Angela Merkel zeichne sich durch Zivilcourage aus. Das Bild von Reinhard Wollherr, das in den Landesfarben leuchtet, basiert auf einer Büste des Widerstandskämpfers Eugen Bolz, die im Stuttgart Landtag steht.

„Das Bild aus dem Nordschwarzwald“, sagte Wollherr dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, „ist eine bleibende Anerkennung für die Arbeit der Kanzlerin.“ Da er ein großer Verehrer der CDU-Politikerin sei und ihm auch Eugen Bolz sehr nahestehe, habe er das Portrait des Widerstandskämpfers für die Kanzlerin in der Bildkomposition verarbeitet. „Deshalb widme ich es ihr gerne.“

Das Bild "Eugen Bolz" besitze mit Schwarz-Rot-Gold große Symbolkraft, denn der Staatspräsident habe sich zeitlebens als aufrechter Demokrat ausgezeichnet, so Wollherr. Historiker stellten ihn auf eine Stufe mit Dietrich Bonhoeffer und den anderen bekannten Widerstandskämpfern. Die große Farbwirkung solle sein wehrhaftes Eintreten für die Demokratie ausdrücken, das sein ganzes Leben ausmachte und dennoch nicht ausblenden, dass er genau deswegen von den Nazis auf mörderische Weise hingerichtet wurde.

Reinhard Wollherr hat die Cisco-Netzwerk-Akademie der Eduard-Spranger-Schule mit seinem Kollegen aufgebaut und über zehn Jahre geleitet. Die Freudenstädter Bildungseinrichtung ist die einzige Schule im Kreis, die Mitglied des gleichnamigen weltweiten Netzwerkes ist, das zum Ziel hat, die Chancen für den beruflichen Einstieg der Schüler in die IT- und Netzwerkbranche zu verbessern.

In den 1990er Jahren traf er Konrad Zuse in seinem Atelier. Der Erfinder des ersten programmgesteuerten Computers mit binärer Gleitkomma-Arithmetik war auch Künstler. Seine Malerei habe ihn damals stark beeindruckt. 2005 gehörte Wollherr zu den Preisträgern des bundesweiten Konrad-Zuse-Wettbewerbs, nachdem er seinen Stil der "Digital Art" entwickelt hatte. Der Freudenstädter Künstler arbeitet mit digitaler Air-Brush-Technik am Computer in analoger Weise. Dies allerdings mit Lichtfarben nach dem additiven Farbmodell genau wie das menschliche Auge, was die große Leuchtkraft der Farbe in den Bildern erklärt.

2005 gewann Wollherr unter anderem den Cisco Award of Excellence für die Gestaltung seines Serious Game. 2009 sah die Deutsche UNESCO-Kommission sein Projekt als preiswürdig an wie auch in den Jahren 2011 und 2012. Dazwischen erhielt er 2010 eine hoch angesehene Auszeichnung vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für seine Arbeit. Ab 2005 hingen seine Bilder in öffentlichen Gebäuden.

Ein Vorteil der "Digital Art" sei die Skalierbarkeit des Werkes und die Verwendung nachhaltiger Materialen und leuchtender, umweltfreundlicher Farben, so Wollherr, um eine überzeugende Wirkung zu erzielen. „Mit Digital Art möchte ich mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit der Kunst auch einen möglichen Weg in die Zukunft weisen“, so der Freudenstädter.

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