13.06.2017

Grieche von Bürgernähe begeistert

Stammtisch: Dramas Bürgermeister mit Hans-Joachim Fuchtel im Effringer Sportheim / Sindelfingen im Herbst im Mittelpunkt

Grieche von Bürgernähe begeistertDiskutierten mit den Stammtischbrüdern im Effringer Sportheim über Gott und die Welt: der griechische Bürgermeister Christodoulos Mamsakos (Zweiter von links) und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links).

Wildberg-Effringen / Sindelfingen. Eigentlich ging es um die Einlösung eines Versprechens des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel gegenüber den „Stammtischbrüdern“ im Sportheim Effringen. Doch der CDU-Bundestagsabgeordnete kam nicht allein, sondern in Begleitung eines hochrangigen Besuchers aus der griechischen Stadt Drama.

 Christodoulos Mamsakos ist nicht nur der Bürgermeister der rund 65.000 Einwohner zählenden Kommune im Norden Griechenlands, sondern als Vertreter des griechischen Zentralverbandes der Städte und Kommunen (KEDE) in der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV) quasi das Pendant zum deutschen Griechenland-Beauftragten Hans-Joachim Fuchtel, den Bundeskanzlerin Angela Merkel vor fünf Jahren um die Übernahme dieser Aufgabe gebeten hat.

Als Fuchtel sein Versprechen einlöste, das er schon vor einiger Zeit Kurt Eisenbeis gegeben hatte, entschied sich Mamsakos bei seinem Deutschland-Besuch spontan, den CDU-Bundestagsabgeordneten zum Effringer Stammtisch zu begleiten. Sicher ist der Weg von Sindelfingen, wo derzeit die Vorbereitungen für die siebte große Jahreskonferenz der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV) vom 9. bis 11. November laufen, nach Effringen nicht allzu weit. Doch hätte es dem Rathauschef auch niemand verübelt, wenn er sich nach einem über 12-stündigen Anreise- und Arbeitstag am Abend einfach aufs Ohr gehauen hätte.

Er sitze gerne Menschen mit Lebenserfahrung gegenüber, sagte Mamsakos. Die Kommunikation mit dem Bürger sei ihm außerordentlich wichtig, wenngleich diese Kultur des Dialogs mit dem Volk den deutschen Politikern offensichtlich besser gelinge als den Griechen. „In dieser Beziehung lerne ich viel von Ihrem Abgeordneten“, betonte der Bürgermeister. Seiner Heimat habe der Staatssekretär sehr geholfen. „Er hat unseren Horizont geöffnet und uns dabei unterstützt, dass wir wieder etwas aufbauen können.“ Mamsakos nannte Fuchtel einen „unermüdlicher Vermittler zwischen den Völkern, der unseren vollsten Respekt genießt“. Zugleich nutzte der Rathauschef die Gunst der Stunde, um Werbung für den Tourismus in seiner Heimat zu machen.

Die Effringer reagierten auf den unerwarteten Besuch mit Berichten, wer alles wo schon in Griechenland gewesen ist. Jeden Freitag tauscht man sich im Sportheim über Gott und die Welt aus. Auch dieses Mal standen brisante und weniger brisante Themen auf der Tagesordnung. „Über Trump müssen wir auch unbedingt sprechen“, gab Kurt Eisenbeis, dem die Effringer den prominenten Besuch im Doppelpack zu verdanken hatten, die Richtung vor. Fuchtel hatte die Einladung zum Stammtischdialog nach eigenen Worten gerne angenommen, schließlich „stammt mein erster politischer Ziehvater, der frühere Landtagsabgeordnete Hermann Dutt, aus diesem Ort.“

Fuchtel und Mamsakos arbeiten nun gemeinsam auf die große DGV-Versammlung hin, zu der auch die rund 15.000 im Stuttgarter Großraum lebenden Griechen mobilisiert werden sollen. Schon zum siebten Mal werden sich erstmals in Süddeutschland die Teilnehmer intensiv über Themen austauschen, die griechische und deutsche Bürgermeister und Landräte auf die Tagesordnung setzen.

Wer weiß: Vielleicht macht ja Christodoulos Mamsakos dann noch einmal einen Abstecher ins Effringer Sportheim, wo ihm Sauerbraten, ein frisch Gezapftes und der Obstler offensichtlich bestens gemundet haben.

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