05.07.2017

Nachbesserung muss auf den Tisch

Gastronomie: Möhrle und Fuchtel zum Arbeitszeitgesetz / Buhlbach-Projekt von Weitsicht getragen

 

Baiersbronn: Mit dem Servicegedanken in der Gastronomie lässt sich nach Ansicht von Jörg Möhrle das neue Arbeitsschutzgesetz nicht in Einklang bringen. Der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) im Kreis Freudenstadt stimmt mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel überein:  Eine Nachbesserung muss nach der Bundestagswahl Gegenstand der Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung sein.

 Zumindest für das Hotel- und Gaststättengewerbe kann sich der Parlamentarische Staatssekretär eine Regelung vorstellen, damit „die Wirtshauskultur in unserem Land nicht verloren geht.“ Fuchtel weiter: „Wenn wir die Lebendigkeit des ländlichen Raums erhalten wollen und auch seine Kommunikationsstrukturen“ dürften den Gastronomen keine Hemmschuhe auferlegt werden. Das gelte insbesondere auch für den Tourismus, der ein erheblicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland und im Schwarzwald darstelle.  

„Wir Gastronomen wollen unsere Gäste glücklich machen“, betonte Möhrle, „doch das wird mit dem streng ausgelegten Arbeitsschutzgesetz leider schwieriger.“ Wenn alles nach Plan laufe, sei die Einhaltung der streng reglementierten Arbeitszeiten kein Problem. Doch wenn sich Unvorhergesehenes ereigne, Gäste beispielsweise zu spät ankämen oder sich Veranstaltungen in die Länge ziehen würden, stoße man schnell an die Grenze der möglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden. Nicht umsonst würden immer häufiger Restaurants ihre Öffnungszeiten reduzieren. Unzufriedene Gäste aber würden über kurz oder lang den Begriff von der Servicewüste Deutschland genau deshalb neu beleben, wobei man bislang davon ausgegangen sei, diese längst hinter sich gelassen zu haben. Ein Imageverlust quer durch die Branche werde die Folge sein.

Der DEHOGA-Kreisvorsitzende kann sich statt dem Tages- mit einem Wochenarbeitszeitbudget anfreunden, „damit das Damoklesschwert eines drohenden Bußgeldes“ nicht ständig über der Branche schwebe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden seiner Meinung nach im Großen und Ganzen ein Wochenarbeitszeitkonto durchaus befürworten. „Wir leben in einer flexibleren Arbeitswelt“, so Möhrle, „dem sollte man auf diese Weise verstärkt Rechnung tragen.“

Die Sanierung der Buhlbacher Glashütte sei von „Weitblick“ getragen, betonte Möhrle mit Blick auf das Engagement des CDU-Politikers, der Gemeinde und des Vereins. „Ich bin froh, dass das jetzt mit finanzieller Unterstützung durch den Bund in richtige Bahnen gelenkt wurde und von einem hervorragenden Miteinander geprägt ist“, so der DEHOGA-Kreischef. Er sehe einen „ganzheitlichen Ansatz für die Tourismusgemeinde Baiersbronn“ in dem Projekt. Immerhin sei der legendäre Buhlbacher Schlegel, in dem bis heute Sekt und Champagner abgefüllt wird, in Buhlbach erfunden worden.

Auf einem guten Weg sei auch der Nationalpark, ist Möhrle überzeugt. „Wenn es gelingt, die Investitionen zu bündeln, kommen wir gemeinsam gut voran, dann ist mir um die Zukunft nicht bange“, sagte er dem Parlamentarischen Staatssekretär in der Nationalparkstube des Hotels Tanne in Tonbach.

Fuchtel sprach sich dafür aus, das Buhlbach-Projekt für weitere Aktivitäten zu nutzen, damit es im Sinne eines lebendigen Tourismus noch mehr Aufmerksamkeit auf sich und die Gemeinde Baiersbronn lenken könne. 

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Mit der Edition Buhlbach stoßen der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) und der DEHOGA-Kreisvorsitzende Jörg Möhrle in der Nationalparkstube des Hotels Tanne auf das Gelingen der Buhlbach-Sanierung an. 

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