02.08.2017

Landarzt-Beruf wird attraktiver

Senioren-Union: Staatssekretär Fuchtel zu Gesundheitspolitik und Entwicklungshilfe / Horber Klimapartnerschaft als positives Beispiel

Landarzt-Beruf wird attraktiver Hans-Joachim Fuchtel (Bildmitte) bedankte sich bei den Mitgliedern der Senioren-Union für ihr Engagement. „Es ist gut, wenn sich ältere Menschen noch wirklich Gedanken über die Zukunft machen und nach wie vor Anteil am politischen Geschehen nehmen.“

Horb. Mit Erleichterung wurde von den Mitgliedern der Horber Senioren-Union die Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel aufgenommen, dass die CDU strikt gegen Versandapotheken ist. Denn gerade an den Wochenenden und an Feiertagen würden für die Patienten große Probleme mit der Versorgung entstehen. Außerdem würden die Apotheken am Ort durch den Versandhandel so geschwächt, dass sie schließen müssten.

Vorsitzender Andreas Bronner freute sich, dass er bei der jüngsten Sitzung „einen prominenten und kompetenten CDU-Bundestagsabgeordneten“ begrüßen konnte, der sich auch in der Gesundheitspolitik bestens auskenne. Schon im Grundsatzprogramm der Senioren-Union heißt es dazu: Mit der älter werdenden Bevölkerung ändert sich auch regional der Bedarf an medizinischer Versorgung. Im ländlichen Raum muss eine flächendeckende Ärzteversorgung sichergestellt werden.

In Horb wirke sich negativ aus, dass das Krankenhaus aufgegeben worden sei und die praktizierenden Ärzte Schwierigkeiten hätten, geeignete Nachfolger zu finden, so Bronner. Fuchtel erläuterte, dass der Numerus clausus als alleiniger Maßstab bei der Zulassung zum Medizinstudium nicht mehr zeitgemäß sei. Hier wolle man seitens der Union ansetzen. 

Um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen sollen für eine bestimmte Quote gerichtsfeste zusätzliche Eigenschaften bei der Auswahl eine Rolle spielen. Außerdem werden derzeit Anreize geschaffen, um den Beruf des Landarztes attraktiver zu machen.

Rudolf Vees regt an, als positiv zu werten, wenn jemand bereit sei, für eine bestimmte Zeit aufs Land zu gehen. Es müsse zudem erprobt werden, wie durch digitale Hilfsmittel die Arbeit der niedergelassenen Ärzte erleichtert werden könne. Die Horber Senioren-Union will sich auf jeden Fall weiter intensiv mit diesen Fragen beschäftigen.

Sehr interessiert nahm das Publikum die Ausführungen von Hans-Joachim Fuchtel als Griechenland-Beauftragter auf. Die Arbeit vor Ort zeige Erfolge. Griechenland sei jetzt an den Kapitalmarkt zurückgekehrt, es gebe Wachstumstendenzen. Hier habe sich der Wissenstransfer auf kommunaler Ebene positiv ausgewirkt. Ralf Jandl berichtete in diesem Zusammenhang, dass ihm Freunde in Athen bestätigt hätten, wie wirkungsvoll die Arbeit des Griechenland-Beauftragten für ihre Heimat sei. 

Außerdem gewährte der prominente Gast Einblick in seine Arbeit als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Während der zurückliegenden Legislaturperiode sei der Etat des BMZ um 2,3 Milliarden Euro gewachsen. Ein positives Beispiel dafür, dass es weltweit mit der Entwicklungshilfe vorangehe, sei die Klimapartnerschaft zwischen Horb und dem afrikanischen Belo.

Hans-Joachim Fuchtel bedankte sich bei den Mitgliedern der Senioren-Union für ihr Engagement. „Es ist gut, wenn sich ältere Menschen noch wirklich Gedanken über die Zukunft machen und nach wie vor Anteil am politischen Geschehen nehmen“, sagte der Parlamentarier abschließend.

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