14.08.2017

Hilfe fängt auf kommunaler Ebene an

Entwicklungszusammenarbeit: SEZ-Vorstand beim Runden Tisch / Fuchtel: Dreiecks-Partnerschaften gesucht

Hilfe fängt auf kommunaler Ebene an Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit von einem profunden Kenner (von links): Hans-Peter Teufel, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ.

Nagold/Calw/Freudenstadt. Industrie 4.0, also die Verzahnung der industriellen Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik, ist eine „große Chance für Afrika“. Das sagte Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), bei einem Fachgespräch in Nagold als Vorbereitung auf die nächsten Runden Tische zur Entwicklungszusammenarbeit im Nordschwarzwald (RuTi).

Der Runde Tisch erweist sich nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel immer wieder als Ideenpool für die 88 Vereine und Gruppierungen aus der Region, die sich in wechselnder Besetzung regelmäßig an verschiedenen Orten der Landkreise Calw und Freudenstadt treffen. Dabei stünden in erster Linie Austausch und Bündelung von Wissen rund um die Entwicklungszusammenarbeit im Vordergrund, so der CDU-Bundestagsabgeordnete, der die Idee zu RuTi hatte. Der Runde Tisch wird mittlerweile von dem Eutinger Hans-Peter Teufel geleitet.

Auch das Treffen mit Philipp Keil entwickelte sich zu einem spannenden Fachgespräch, denn der SEZ-Vorstand war vor seiner Berufung zum geschäftsführenden Vorstand der Stiftung als Abteilungsleiter bei der Landesmesse Stuttgart maßgeblich am Ausbau der „Fair Handeln“ zur deutschen Leitmesse für Fairen Handel und global verantwortungsvolles Handeln beteiligt. „Bei einigen Akteuren fehlt es am notwendigen Fachwissen, das man für eine gute Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit braucht“, betonte Fuchtel, diese Lücke könne RuTi schließen. Auch beim Treffen in Nagold suchte beispielsweise eine Organisation Rat in Fragen gezielter Unterstützung für ein Projekt in Burundi.

Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), verwies auf die Möglichkeiten, die Engagement Global mit einem Etat von einer halben Million Euro bereits 11.000 Kommunen in Deutschland bieten könne. Davon profitierten beispielsweise die Stadt Horb und die Gemeinde Ebhausen. Ein Schnellstart-Programm habe man zudem für die Ukraine aufgelegt.

Das BMZ begebe sich derweil auf die Suche nach bereits angelaufenen oder möglichen Dreiecks-Partnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland, Frankreich und Afrika. Diese könne man wiederum an die Programme für den Bau von Sportplätzen oder Kliniken in Afrika koppeln. Für die kommunale Zusammenarbeit stünden 15 Millionen Euro zur Verfügung; die Nachfrage sei groß.

[Druckversion]