30.08.2017

Der Anonymität entgegensteuern

Treffpunkt Landgasthof: Fuchtel bei den Grömbachern am Stammtisch / Erfahren, wo den Wähler der Schuh drückt

Fuchtel bei den Grömbachern Kleiner Umtrunk mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel im Dorfmuseum von Grömbach, wo zur „gesammelten Vergangenheit“ auch die Einrichtung einer historischen Gaststube gehört. Foto: k-w

Grömbach. Das Waldhorn in Grömbach hat schon vieles erlebt. Es war Wirtschaft, Kino, Theater und diente dem Fahrlehrer auf dem Land als Unterrichtsraum. Als vor fast 70 Jahren der neue Festsaal eröffnet wurde, feierte man hier auch ausgiebig Hochzeiten – öffentlich, versteht sich, wie das damals so üblich war.

Helga Ploransky, als „Bäcke-Mädle“ in Grömbach geboren, kann viel erzählen über ihren Heimatort und die Wirtschaft, in der sie aufgewachsen ist und die sie zeitlebens geführt hat. Doch die alten Dorfgasthöfe sterben aus, sagte sie beim Treffpunkt Landgasthof der CDU, und mit ihr ein Stück Leben auf dem Land.

Das halten die Grömbacher unterm Dach des Kindergartens allerdings mit viel Liebe zum Detail in ihrem Dorfmuseum lebendig, wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel und seine Begleiter an Ort und Stelle bewunderten. Denn dort findet sich auch die Geschichte der früheren Hirsch-Brauerei wieder, die um 1900 mit bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ort regelrecht florierte. Sie prägte auch die Wirtshauskultur im weiten Umkreis.

Um eben diese ländliche Struktur geht es dem Parlamentarischen Staatssekretär mit seiner Initiative, die ihn diesmal ins Waldhorn geführt hatte, wo er sich zu den Grömbachern direkt an den Stammtisch setzte, um aus seiner politischen Arbeit zu berichten, sich aber auch die Zeit zum Zuhören nahm.

„Für uns sind die Dorfgasthäuser besonders wichtig“, sagte Fuchtel, denn „wenn alles anonym wird, stirbt die Kommunikation auf dem Land.“ Und so stand er auch Rede und Antwort zu den vielen Themen, die die Bürger in seinem Wahlkreis bewegen, angefangen bei der Politik des Autokraten Erdogan, über die Situation auf dem afrikanischen Kontinent, der aus Sicht des Parlamentarischen Staatssekretärs im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung „gewaltig wächst“, bis zur Breitband- und Ärzteversorgung im ländlichen Raum. Mit dabei die CDU-Listenkandidatin für die Bundestagswahl im September, Pascale Peukert aus Dornstetten, und der neue Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Unternehmer Markus Schindele aus Baiersbronn.

Die Grömbacher erwiesen sich als diskussionsfreudige und aufmerksame Zuhörer zugleich, wenn es um die Sache geht. „Politik entsteht durch Gestaltung und nicht durch Jammern“, erklärte Fuchtel, „wenn man mitgestalten will, muss man wissen, wo die Wählerinnen und Wähler der Schuh drückt.“ Und wo erfahre man das besser, als dort, wo schon immer der Mittelpunkt des dörflichen Lebens war: im Gasthof um die Ecke, um den es jammerschade wäre, wenn er ganz aus dem Dorfleben verschwinden würde.[Druckversion]