12.12.2011

Aristoteles und die virtuelle Welt

Staatssekretär Fuchtel appelliert beim 4. IT-Talentegipfel: Jugend noch intensiver fördern / Innovation pur auf Burg Liebenzell

Aristoteles und die virtuelle WeltVon den Talenten der jungen Gipfel-Teilnehmer stark beeindruckt: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) bei der Eröffnung des 4. IT-Talentegipfels auf Burg Liebenzell.

Bad Liebenzell. Die Informationstechnologie hat sich dank sozialer Netzwerke zu einem wichtigen Jugendthema entwickelt. „Wir hätten gut daran getan“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei der Eröffnung des 4. IT-Talentegipfels auf Burg Liebenzell (Landkreis Calw), „uns schon viel früher darum zu kümmern.“ Auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten bringt die Veranstaltung, in diesem Jahr erstmals vom Bundesverband BITKOM organisiert, seit vier Jahren junge IT-Talente mit Vertretern der Wirtschaft zusammen.

Erstmals stand bei den Workshops der Finalisten des Bundeswettbewerbs Informatik zwei Tage lang das Thema „Social Media“ sowie seine Auswirkungen auf Geschäftsprozesse, Bildungsstrukturen und Kommunikationsverhalten im Fokus. Unternehmen haben auch in diesem Jahr die Patenschaft für die IT-Talente übernommen.

Durch das Internet werde Kommunikation immer schneller, betonte der Staatssekretär, der zugleich vor allzu großem Vertrauensvorschuss in sozialen Netzwerken warnte: „Schon Aristoteles hat zwischen der tugendhaften und der oberflächlichen Freundschaft unterschieden.“ Der Ideengeber des IT-Talentegipfels:  „Auch juristisch wird uns der virtuelle Raum noch stark beschäftigen.“ Persönlich sei er „tief beeindruckt von dem, was junge Menschen hier leisten“, so Fuchtel, der dafür warb, „die IT-Talente noch viel intensiver zu unterstützen.“ Die IT-Hochburg habe zugleich Auswirkungen auf die touristische Bedeutung Bad Liebenzells und des Landkreises Calw, machte der Bundestagsabgeordnete deutlich, „was hier geschieht ist Innovation pur.“

Seit es die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages gibt „fangen selbst ältere Abgeordnete zu twittern an“, berichtete der Bundestagabgeordnete Axel E. Fischer aus der Arbeit des Gremiums. „Wir haben den Bundestag etwas aufgemischt“, so der Vorsitzende der Kommission, der IT-Talenten „beste Perspektiven für die Zukunft“ bescheinigte, weshalb derartige Veranstaltungen außerordentlich wichtig seien.

Das „Social Media längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, verdeutlichten Christian Buggisch, Leiter Online-Kommunikation der DATEV eg, und Michael Praetorius, Gesellschafter der NOEO GmbH. In den sozialen Netzwerken würden Marken positioniert, potenzielle Mitarbeiter geworben und wichtige Kontakte gepflegt. Das Zeitalter der Massenmedien sei längst vom Zeitalter der Medienmassen abgelöst worden, was auch zu kulturellen Veränderungen führe. Praetorius forderte mehr Selbstverantwortung der Plattformen, Medienverständnis als Schulfach und Investitionen in die Erwachsenenbildung. Auch müsse strikte Ordnung dafür geschaffen werden, wem die Daten im Web gehören. Die Reglementierung des Datenschutzes sei weltweit ein äußerst „schwieriges Feld“, das nur über Selbstverpflichtung und ethische Grundsätze in ordentliche Bahnen gelenkt werden könne.

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