01.09.2017

In Gündringen Hausaufgabe bekommen

Treffpunkt Landgasthof: Auch im Kreis Calw Volltreffer / Fuchtel: Es lohnt sich, zum Bürger zu gehen

In Gündringen Hausaufgabe bekommenViele interessierte Zuhörer fanden der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Referentin Ingrid Bauer und Carl Christian Hirsch als Moderator des Abends im Gründringer „Mohren“. Foto: k-w

Nagold-Gündringen. Nach dem gelungenen Auftakt in Freudenstadt landet der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel auch im Nachbarkreis Calw einen Volltreffer mit seiner Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Landgasthof“. Im Gündringer „Mohren“ nutzten an die 50 Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, mit dem CDU-Politiker ins Gespräch zu kommen.

Vorneweg standen an diesem ersten Abend Informationen über die Traditionsgaststätte, die bereits vor fast 200 Jahren urkundlich erwähnt wurde und in der sich seit den 1970-er Jahren schon die dritte Generation um das Wohl der Gäste kümmert. Fuchtels Ruf nach „mehr Kreativität“ für die Dorfgastronomie, um diese lebendig zu erhalten, wird im „Mohren“ bereits erfolgreich praktiziert, vor allem mit einer guten, heimischen Küche.

Saisonale und regionale Produkte stehen auch bei Ingrid Bauer ganz oben auf dem Speiseplan. Die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Gechingen, die vom Mühlhof in Ostelsheim stammt, ist mit der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten aufgewachsen. „Eigentlich wächst bei uns alles, was uns das ganze Jahr über mit wichtigen Nährstoffen versorgt“, sagte Bauer, „da muss man keine Kartoffeln aus Ägypten ankarren.“ Zugegeben: Das Gros der Bio-Labels sei ziemlich verwirrend.

„Es ist sicher besser, wo immer möglich unsere heimischen Bauern zu unterstützen und regionale Produkte zu kaufen“, doch sollte jeder Verbraucher seine persönliche Präferenz finden. Viele Lebensmittel gebe es im unmittelbaren Umkreis zu kaufen. „Gehen Sie doch einfach mal in den Hofladen in ihrer Nähe und tauschen sie Produkte aus ihrem Garten mit den Nachbarn.“ Damit tue man Gutes für die eigene Gesundheit, die Bauern und die Natur.

„Wir haben in unserem schönen Nordschwarzwald viel zu bieten“, stellte Hans-Joachim Fuchtel fest, „deshalb gehen wir zu den Menschen, um mit ihnen zu sprechen.“ Er schätze die Arbeit der heimischen Betriebe sehr, sagte der Politiker, der dafür plädierte, deren Produkte hochzuhalten. Die Union setze sich im Sinne der nachfolgenden Generationen für Stabilität in Deutschland und Europa ein. Eine rot-rot-grüne Bundesregierung müsse verhindert werden, um den wirtschaftlichen Erfolg nicht zu gefährden.

Der anschließende Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern drehte sich freilich nicht nur um weltpolitische Fragen und die Sorge vor dem Machtzuwachs der Populisten, sondern auch um Themen, die die Menschen vor Ort bewegen. „Wir wollen zu Gunsten der innerörtlichen Substanz neue bauliche Belebung“, machte Fuchtel deutlich, dass das Neubaugebiet nicht immer der Weisheit letzter Schluss sei. Auch die Standortfrage für das Übungsgelände des Kommando Spezialkräfte (KSK) kam zur Debatte, und die verschiedenen Gesichtspunkte wurden in sachlicher Weise ausgetauscht.

Eine wichtige Hausaufgabe hat Fuchtel aus diesem Abend auf jeden Fall mitgenommen: Zwischen Gündringen und Iselshausen ist ein kleines Teilstück der Bundesstraße 463 auch nach vielen Jahren immer noch nicht ausgebaut. „Das wurde noch nie an mich herangetragen, aber ich werde mich darum kümmern“, sagte der Parlamentarier. Fuchtel stand nicht weniger als vier Stunden Rede und Antwort. Zum Schluss dankte Carl Hirsch, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, dem wackeren Publikum: „Die CDU ist die einzige Partei, die in diesem Wahlkampf raus in die breite Bevölkerung geht. Wir begreifen ihr Erscheinen als Dank dafür.“[Druckversion]