14.09.2017

Kelmendi verdoppelt Produktion

Wirtschaft: Altensteiger Unternehmer investiert im Kosovo / Fuchtel: Arbeit zu den Menschen gebracht

Kelmendi verdoppelt Produktion Seine Produktion und damit auch die Arbeitsplätze im Kosovo möchte Arben Kelmendi (Mitte) verdoppeln, erklärten der Altensteiger Unternehmer und sein Ebhausener Steuerberater Engelhard Ziegler dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel (rechts) in Altensteig. Foto: k-w

Altensteig. Ein Beispiel dafür, dass man sich in Deutschland auch mit Migrationshintergrund eine florierende, unternehmerische Existenz aufbauen kann, ist die Firma Kelmendi in Altensteig. Die Massivholzmöbel, die Arben Kelmendi vornehmlich in seiner Heimat fertigt, sind hierzulande so gefragt, dass er dringend ein neue Produktionshalle im Kosovo braucht.

Dass der Altensteiger die Wirtschaft in Deutschland und auf dem Balkan mit einem „klaren unternehmerischen Konzept“ ankurbelt, ist für den CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel nicht hoch genug einzustufen. Kelmendis Projekt sei „sehr zukunftsorientiert“.  Dadurch müssten die Menschen ihre Heimat nicht verlassen, um sich anderswo in Europa Arbeit zu suchen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei seinem Vor-Ort-Besuch.

Das Beispiel Kelmendi zeige auch, so Fuchtel, „dass die Politik der Zusammenarbeit mit Ländern, die wirtschaftlich nicht so stabil sind wie Deutschland, jetzt auch im Kosovo fruchtet.“ Ohne Kooperationen über Ländergrenzen hinweg, seien solche Entwicklungen nicht denkbar, fügte der CDU-Politiker hinzu, „die Vernetzung innerhalb Europas wird immer besser.“

Arben Kelmendi wohnt seit 1992 in Altensteig, wo er als Schreiner ins Berufsleben einstieg. Als Händler und Raumausstatter machte er sich 2011 selbstständig. Die Produktion von Kelmendi-Holzmöbeln im Kosovo hat seit 1856 eine lange Familientradition. Dass der Familienbetrieb auf gesunden Beinen steht, bestätigte sein Ebhausener Steuerberater Engelhard Ziegler, denn der Unternehmer „entwickelt genau das, was der Markt sucht.“

Kelmendi möchte nun die Möbelproduktion, mit der er 2013 im Kosovo gestartet ist, „mindestens verdoppeln.“ Ohne eine neue Produktionshalle mit 4000 Quadratmeter, sagt er, könnte er seine Kundenanfragen nicht mehr erfüllen. Dafür möchte er 800.000 Euro investieren. Um den Nachwuchs im eigenen Unternehmen auf Dauer zu sichern wird er sich zudem im Kosovo für die Ausbildung junger Menschen nach deutschem, dualen Vorbild engagieren. Sein Familienbetrieb hat in der Heimat auch Frauenarbeitsplätze eingerichtet.

Bislang beschäftigt Kelmendi in Peje 30 eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Zahl er ebenfalls verdoppeln möchte. Sie arbeiten an deutschen Holzbearbeitungsmaschinen und werden von einem Betriebsleiter vor Ort geführt. Vier Zuliefererbetriebe mit weiteren 80 Arbeitsplätzen arbeiten Kelmendi ebenfalls bereits zu. Unter der Marke „Schwarzwald Massivholz“ werden nach eigenen Designvorgaben Betten, Kommoden, Kindermöbel, Garderoben, Tische und Stühle hergestellt. 

[Druckversion]