16.09.2017

Gegen Dezibel-Killer wird stärker vorgegangen

Ruhestörung: Verkehrslärm durch Motorrad-Sound / Fuchtel fragt im Ministerium nach / Betriebserlaubnis steht auf dem Spiel

Freudenstadt / Calw: In seinen Sprechstunden wird der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel mit diesem Problem immer häufiger konfrontiert: Motorräder mit intensivem „Sound“, deren Fahrer durch die Orte dröhnen – ohne Rücksicht auf das Ruhebedürfnis ihrer Mitmenschen. Der Bund hat auf diese Entwicklung reagiert. 

Er verstehe ja, dass die Täler des Schwarzwaldes im Sommer beliebtes Ausflugsziel von Motorradfahrern sind, sagt Fuchtel, „und wenn sich alle Akteure rücksichtsvoll verhalten, gehört es zur Realität auf unseren Straßen.“ Nicht akzeptabel sei hingegen, wenn Motorräder für die Anwohner der Durchgangsstraßen zum echten Lärmproblem werden. Fuchtel war als Bundestagsabgeordneter bereits im letzten Jahr im Berliner Verkehrsministerium vorstellig geworden und stellt jetzt fest: „Es wird etwas dagegen getan!“

Das hat der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle, im Berliner Verkehrsministerium für die Abteilung Motorräder zuständig, seinem Abgeordnetenkollegen nochmals persönlich bestätigt. „Wir haben nicht nur die Lärmgrenzwerte deutlich abgesenkt“, erläuterte Barthle, „sondern die Ermittlungsbehörden zusätzlich auch darauf angesetzt, die Zweiräder künftig strenger zu kontrollieren.“ Manipulationen an den Fahrzeugen, die zu höherer Lärmbelästigung führen, sollen künftig stärker geahndet werden. „Dabei kommt der Überwachung der Fahrzeuge eine besondere Bedeutung zu“, heißt es seitens des Bundesverkehrsministeriums.

Klare Ansage: „Wird eine nicht genehmigte Schalldämpferanlage angebaut oder eine genehmigte unzulässig verändert, so erlischt die Betriebserlaubnis für das Motorrad.“ Wer erwischt wird, der zahlt zudem ein hohes Bußgeld. Wer mehrmals durch Manipulationen auffällt, dem kann sogar die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Auslöser für Beschwerden über zu laute Fahrzeuge seien fast ausnahmslos auf technische Veränderungen, wie den abschaltbaren Dezibel-Killer, oder auf rücksichtsloses Verhalten zurückzuführen. Neuzulassungen müssten jetzt zusätzliche Geräuschanforderungen zwischen 20 und 80 Stundenkilometer erfüllen. Auch werde die Grenzwerterfüllung in allen Betriebsarten eingefordert. Die sogenannte Testzykluserkennung sei strikt verboten worden. Und manipulationserschwerende Maßnahmen sind in den neuen Anforderungskatalog ebenfalls aufgenommen worden.

Die Bundesregierung, so Barthle, setze sich aktuell für eine weitere Absenkung der Geräuschgrenzwerte ein, die ab 2020 für Neufahrzeuge gelten sollen. Austauschschalldämpfer müssten auf jeden Fall den EU-Vorschriften entsprechen.

Norbert Barthle, der durch Fuchtels Nachfragen für dieses Problem nochmals sensibilisiert worden ist: „Es kann nicht sein, dass der Willkür Tür und Tor geöffnet sind. Deshalb haben wir die neuen Regelungen getroffen.“

fulaerm 

Knatternde Motorräder sollen künftig stärker kontrolliert werden, erfuhr der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (rechts) von Norbert Barthle (links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Außerdem wurden die Vorschriften verschärft. 

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