20.09.2017

Das Sonnenlicht ins Haus holen

Wirtschaft: Endrich präsentiert CDU-Abgeordneten Fuchtel revolutionäre Beleuchtungstechnik

Das Sonnenlicht ins Haus holen Wolfgang Endrich präsentiert dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel die neuen Lichtquellen. Foto: k-w

Nagold. Der Einfluss des Sonnenlichts auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen ist nach Ansicht des Nagolder Unternehmers Wolfgang Endrich noch „weit gigantischer“ als bislang angenommen. Der Gründer der euroLighting GmbH hat dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel ein neues Produkt präsentiert, dass seiner Meinung nach den Leuchtmittel-Markt revolutionieren wird.

Endrich hat auf einer koreanischen Messe eine Weiterentwicklung der Leuchtdioden und der damit verbundenen Leuchtmittel gefunden. Bei den bislang auf dem Markt befindlichen Leuchtdioden fehlten für den Menschen wichtige Wellenlängen oder sie seien nur sehr schwach ausgebildet sind, erläuterte Endrich, und zwar auch im nicht sichtbaren Bereich des Lichtes, also ultraviolett und infrarot. Diese Wellenlängen seien jedoch für die menschliche Gesundheit außerordentlich wichtig. Die neuen Leuchtdioden kämen dem Sonnenlicht sehr nahe.

Das beim Sonnenaufgang sichtbare bläulich-weiße Licht erzeuge ein Hormon, das die Aufwachphase des Menschen steuerte. Im Tagesverlauf werde der Botenstoff „Seratonin“ produziert, der ihn dann fit und leistungsfähig halte. Gleichzeitig pusche der Botenstoff „Cortisol“ den Menschen zur maximalen Leistungsfähigkeit. Insgesamt sei das ein sehr komplizierter Vorgang, der jeden Tag im Körper des Menschen vor sich gehe.

Fehlten einige Botenstoffe, erzeuge dies Müdigkeit, Konzentrationsmangel, aber auch Depressionen sowie andere unerwünschte Nebeneffekte. Entscheidend sei die Melatonin-Erzeugung am Nachmittag und Abend. Die wiederum werde aufgrund langen Fernsehens oder Computerarbeiten durch Erzeugung bläulichen Lichtes stark behindert. Dadurch werde das Frischegefühl am Morgen reduziert. Sowohl die Augen als auch die menschliche Haut seien Sensoren, die die entscheidenden Wellenlängen im Spektrum der Sonne aufnehmen und den 24-Stunden-Rhythmus beeinflussten.

Diese Erkenntnisse seien zwar nicht neu, betonte Endrich, sie wurden bisher in der Praxis jedoch nicht umgesetzt. „Auch ich war zunächst skeptisch“, gesteht der Unternehmer dem Parlamentarischen Staatssekretär, als er diesen mit den neuen Leuchtmitteln konfrontiert, die nach Aussagen des Herstellers genau die für den Körper wichtigen Wellenlängen produzieren.

Deshalb sei ein großer Versuch mit über 100 Personen gestartet worden, um die Wirkung der neuen Leuchtmittel zu prüfen. Über 82 Prozent der Probanden hätten sich unter dem Einfluss dieses Lichtes sehr viel besser gefühlt, Kleingedrucktes besser lesen können, Strickarbeiten am Abend besser sehen können. Auch sei die Konzentration gefördert und eine Art Wohlgefühl erzeugt worden.

Endrich glaubt, dass die neuen Produkte das Denken über Licht generell verändern werden. Die bisherigen Forschungen in Japan und USA hätten dies eindeutig bestätigt. Deshalb glaubt er, dass man mit den neuen Lichtquellen, die dem natürlichen Sonnenlichtspektrum nachempfunden sind, schon morgens die Müdigkeit vertreiben, das Wohlbefinden am Tag steigern und das Schlafverhalten verbessern kann.

„Mit den neuen Lichtquellen sind wir nun einen entscheidenden Schritt weiter und die ersten in Deutschland, die das fertige Produkt, also Lampen verschiedener Art einschließlich Birnen, liefern können“. Der Unternehmer sucht dafür Schulen, Altersheime und Hospitäler, die bereit sind, die neuen Leuchtmittel anzuwenden, um im großen Stil ihre Wirksamkeit zu testen.

Eine Dame mit 86 Jahren habe ihm gestanden, dass sie unter dem neuen Licht abends keine Brille mehr benötige und sogar dünne Fäden beim Stricken wesentlich besser sehen könne.

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