12.10.2017

Ideen für das indische Schulsystem

Bildung: Mukta Dutta Tomar informiert sich über duale Ausbildung / Fuchtel und Botschafterin in Nagolder Rolf-Benz-Schule

Ideen für das indische SchulsystemBeim Unterricht über die Schulter geschaut: Die indische Botschafterin Mukta Dutta Tomar und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel informieren sich gemeinsam mit Schulleiter Dr. Reinhard Maier, Abteilungsleiter Rolf Auchter und Englischlehrerin Daniela Bentz in der Ausbildungsklasse zum Mechatroniker. Foto: k-w

Nagold. Mit hilfreichen Anregungen und Ideen wird Mukta Dutta Tomar bald schon bei ihrer Regierung in Neu-Delhi vorsprechen. Die konnte die indische Botschafterin dank einer Initiative des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel nach eigenen Worten in der Nagolder Rolf-Benz-Schule sammeln.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weiß um die Reformbestrebungen auf dem Bildungssektor in dem bevölkerungsreichen Staat. „Die neue Regierung“, sagte Fuchtel in der Nagolder Bildungseinrichtung, „ist richtig engagiert für die duale Ausbildung unterwegs.“ Entsprechend hatten sich Direktor Dr. Reinhard Maier, Abteilungsleiter Rolf Auchter und Englischlehrerin Daniela Bentz auf den Besuch vorbereitet, um der ranghohen Diplomatin die Vorzüge des durchgängigen Bildungssystems in Deutschland sowie der dualen Berufsausbildung zu erläutern.

Beim Rundgang ließ sich Mukta Dutta Tomar von der Begeisterung der jungen Leute für ihren eingeschlagenen Berufsweg regelrecht anstecken, als sie ihnen bei der Arbeit über die Schultern schaute. Mehrfach erhielt sie positive Rückmeldungen auf ihre Fragen nach der Zufriedenheit mit dem deutschen Bildungssystem. Das bestärkte sie in ihrem Entschluss, die Gespräche über die duale Berufsausbildung zu intensivieren. Recht erstaunt war die Botschafterin auch, dass die Rolf-Benz-Schule vor 150 Jahren zu den ersten Berufsschulen in Baden-Württemberg zählte.

„Das ist ein Beweis dafür, dass das deutsche Ausbildungssystem funktioniert“, urteilte die Diplomatin, „am interessantesten ist für mich, dass die Ausbildung der jungen Leute vom Staat und von ihren Ausbildungsbetrieben finanziert wird.“ In ihrem Heimatland zahle der Staat bestenfalls für die Schulbildung; für die Berufsausbildung müsse jeder selbst aufkommen. „Wir haben einen absoluten Bedarf“, stellte Mukta Dutta Tomar nach dem über zweistündigen Schulbesuch klar, „denn unsere neue Regierung ist bestrebt, die duale Ausbildung in Indien voranzutreiben.“

Die Gespräche sollen deshalb auf ihren Wunsch hin zeitnah fortgesetzt werden. Dafür möchte der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel auch die Kammern und Unternehmen ins Boot holen, damit ein direkter Kontakt zwischen der hiesigen Wirtschaft und der politischen Führung möglich wird. Das wäre für beide Seiten eine Win-win-Situation, ist der CDU-Politiker überzeugt, der bei dieser Gelegenheit außerdem für die Arbeit des Senior Experten Service (SES) warb. Für derartige Projekte, die der Hilfe zur Selbsthilfe in Entwicklungs- und Schwellenländern diene, suche die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit ständig Mitstreiter.

Es sei vorstellbar, dass auf diese Weise auch ein Beitrag zum Aufbau eines dualen Ausbildungssystems in Indien durch den Einsatz von Berufsschullehrern im Ruhestand geleistet werden könne.

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