14.12.2017

Haus des Kältepapstes als Urlaubsziel

Erholungsort: Hans-Joachim Fuchtel beim Rudolf-Plank-Haus / Belegungsquote steigt

Haus des Kältepapstes als UrlaubszielEinen herrlichen Ausblick über das Schwarzwald-Tal und darüber hinaus bietet das Rudolf-Plank-Haus in Bad Herrenalb. Davon überzeugten sich (von links): Ralf Bender, Fuchtels Lebensgefährtin Iris Follak, Nicole Mondani, Petra Kopatsch-Dautenheimer und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Foto: k-w

Bad Herrenalb. Als „Kältepapst“ ging Rudolf Plank in die Geschichte der Lebensmittelforschung ein. Einen besonderen Bezug hatte der Karlsruher Universitätsrektor offenbar zu Bad Herrenalb, wo er sich ein Berghaus baute. Heute ist es als Ferienobjekt des Sozialwerks Bund vor allem im Sommer gut belegt, erfuhr der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel bei einer Kurzvisite vor Ort.

Hier, in der Idylle des Gaistals, traf sich der Parlamentarische Staatssekretär mit dem Vorsitzenden des Sozialwerks, Ralf Bender, der Hauptgeschäftsführerin Nicole Mondani und Petra Kopatsch-Dautenheimer (Leiterin Zentrale Buchung und Reservierungsstelle) zu einem Informationsaustausch über die bundesweite Arbeit. Es ist gerade einmal sechs Jahre her, dass das Ferienhaus, das sich noch im Originalzustand zu Zeiten Rudolf Planks befindet, als neues Angebot des Sozialwerks eröffnet worden ist.

Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Wiesbaden wurde vor über 50 Jahren vom Hauptpersonalrat des Bundesinnenministeriums (BMI) gegründet. Zweck der Solidargemeinschaft mit über 21.000 Mitgliedern ist neben sozialen Leistungen, den Mitgliedern und ihren Familien Erholungsangebote zu günstigen Konditionen zu bieten. Dazu gehört auch die Vermietung des Rudolf-Plank-Hauses in Bad Herrenalb. Das Sozialwerk Bund finanziert sich hauptsächlich über Mitgliedsbeiträge.

Kälteforscher Rudolf Plank gilt als Begründer der wissenschaftlichen Kältetechnik, der schon vor 100 Jahren umfangreiche Versuche zur langfristigen Frischhaltung von Lebensmitteln unternahm. Als Professor gründete er 1926 an der Technischen Hochschule Karlsruhe das Kältetechnische Institut und 1936 das Reichsinstitut für Lebensmittelfrischhaltung, heute Teil der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel. 1939 trat der Ingenieur aus dem Staatsdienst aus, um nach dem Ende der Nazi-Zeit eine zweite Amtszeit als Rektor der Hochschule anzutreten.

Als Plank 1973 in Ettlingen starb, vererbte er der Uni sein Haus in Bad Herrenalb, um das sich zunächst ein Freundeskreis kümmerte. Als das Sozialwerk Bund die Liegenschaft übernahm, gab es nach Auskunft von Ralf Bender einen „gewaltigen Investitionsstau“. Das Berghaus befinde sich heute noch im Originalzustand. Obwohl die Feriendomizile am Meer begehrter seien, werde das Objekt mit seinen 12 Schlafgelegenheiten vor allem von Familien mit Kindern und von Freundeskreisen geschätzt. Die Belegungsquote liegt bei 40 Prozent; in den Sommermonaten ist das Haus in der Regel jedoch durchgängig belegt.

Das Arbeitsgespräch in Bad Herrenalb nutzten die Vertreter des Sozialwerks Bund besonders, um mit dem Parlamentarischen Staatssekretär über mögliche weitere Ferienziele in Südeuropa zu sprechen. „Griechenland ist für uns zum Beispiel ein absolut interessantes Land“, betonte Bender. Deshalb verfolge man die erfolgreichen Aktivitäten des Griechenland-Beauftragten der Bundesregierung in punkto Fremdenverkehrsausbau mit Interesse. 

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