13.02.2018

Das Sonnenlicht ins Haus holen

Wirtschaft: Wolfgang Endrich präsentiert CDU-Abgeordneten Fuchtel revolutionäre Beleuchtungstechnik

Das Sonnenlicht ins Haus holen Wolfgang Endrich präsentiert dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel die neuen Lichtquellen. Foto: k-w

Nagold. Der Einfluss des Sonnenlichts auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen ist nach Ansicht von Wolfgang Endrich noch „weit gigantischer“ als bislang angenommen. Der Gründer der euroLighting GmbH hat dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel ein neues Produkt präsentiert, das seiner Meinung nach den Leuchtmittel-Markt revolutionieren wird.

Der Nagolder Unternehmer hat auf einer koreanischen Messe eine Weiterentwicklung der Leuchtdioden und der damit verbundenen Leuchtmittel gefunden. Bei den bislang auf dem Markt befindlichen Leuchtdioden fehlten für den Menschen wichtige Wellenlängen, oder sie seien nur sehr schwach ausgebildet, erläuterte Endrich, und zwar auch im nicht sichtbaren Bereich des Lichtes, also ultraviolett und infrarot. Diese Wellenlängen seien jedoch für die menschliche Gesundheit außerordentlich wichtig. Die neuen Leuchtdioden kämen dem Sonnenlicht mit 98 Prozent sehr nahe.

Das beim Sonnenaufgang sichtbare bläulich-weiße Licht erzeuge ein Hormon, das die Aufwachphase des Menschen steuere. Im Tagesverlauf werde der Botenstoff „Seratonin“ produziert, der ihn fit halte. Gleichzeitig pusche der Botenstoff „Cortisol“ den Menschen zur maximalen Leistungsfähigkeit. Insgesamt sei das ein komplizierter Vorgang, der jeden Tag im Körper des Menschen vor sich gehe.

Fehlten einige Botenstoffe, erzeuge dies Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Depressionen sowie andere unerwünschte Nebeneffekte. Entscheidend sei die Melatonin-Erzeugung am Nachmittag und Abend. Die werde aufgrund langen Fernsehens oder Computerarbeiten durch das bläuliche Lichtes behindert. Dadurch werde das Frischegefühl am Morgen reduziert. Sowohl die Augen als auch die menschliche Haut seien Sensoren, die die entscheidenden Wellenlängen im Spektrum der Sonne aufnehmen und den 24-Stunden-Rhythmus beeinflussten.

Diese Erkenntnisse seien zwar nicht neu, betonte Endrich, sie wurden bisher in der Praxis jedoch nicht umgesetzt. „Auch ich war zunächst skeptisch“, gesteht der Unternehmer, als er den Parlamentarischen Staatssekretär mit den neuen Leuchtmitteln konfrontiert, die laut Hersteller die für den Körper wichtigen Wellenlängen produzieren.

Bei einem Versuch hätten sich 82 Prozent von über 100 Probanden unter dem Einfluss dieses Lichtes viel besser gefühlt und Kleingedrucktes teilweise wieder lesen können. Endrich präsentierte dem Bundestagsabgeordneten eine Untersuchung der Columbus Universität in Ohio, wonach ein Mangel an hellem Tageslicht in der Kindheit offenbar kurzsichtig macht. Eine Schlüsselrolle spiele dabei der Botenstoff Dopanim, der den Tag-Nacht-Rhythmus des Auges regelt. Forschungen würden nahelegen, dass Kinder täglich drei Stunden hellem Tageslicht ausgesetzt sein sollten. Hellere Klassenräume und Tageslichtlampen würden der Kurzsichtigkeit ebenfalls vorbeugen.

Endrich glaubt, dass die neuen Produkte das Denken über Licht verändern werden. Mit den Lichtquellen, die dem Sonnenlichtspektrum nachempfunden sind, könne morgens die Müdigkeit vertrieben, das Wohlbefinden und die Konzentration am Tag gesteigert und das Schlafverhalten verbessert werden.

„Wir sind einen entscheidenden Schritt weiter und die ersten in Deutschland, die Lampen verschiedener Art einschließlich Birnen, liefern können“, sagt der Unternehmer. Deshalb sucht er Schulen, Altersheime und Hospitäler, die die neuen Leuchtmittel auf ihre Wirksamkeit testen.

Eine Dame mit 86 Jahren habe ihm berichtet, dass sie unter dem neuen Licht abends keine Brille mehr benötige und sogar dünne Fäden beim Stricken wesentlich besser sehen könne.

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