01.02.2012

Solarprojekt für Mauretanien

Helfende Hände tragen zu positiver Entwicklung bei / Hilfe zur Selbsthilfe

Calw / Freudenstadt / Berlin. Mauretanien erhält Zugang zu einem Solarenergieprojekt, das von der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird. Dazu haben die Aktivitäten der „Helfende Hände“ aus dem Nordschwarzwald beigetragen, die in den letzten Jahren schon des Öfteren der notleidenden Bevölkerung des armen afrikanischen Staates vor allem durch Ärztekonvois und in jüngerer Zeit durch Weiterbildung mauretanischer Ärzte geholfen haben. Insbesondere der aus Nagold stammende Dr.-Ing. Rudolf Henne hat als langjährig an der Universität Stuttgart tätiger Wissenschaftler großen Anteil am erfolgreichen Kontakt.

Henne war bei der Errichtung einer Sozialstation durch die „Helfenden Hände“ als ehrenamtlicher Helfer in Mauretanien. Seitdem ließen ihn seine dortigen Erlebnisse nicht mehr ruhen, und er suchte Wege, diesem Land auf dem Gebiet der alternativen Energie den Weg nach Europa zu öffnen.

Dass Mauretanien Zugang zum von der spanischen Außenstelle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Almeria  gemanagten „enerMENA-Programm“ erhält, ist keine Selbstverständlichkeit. MENA steht als Akronym für Middle East und North-Africa. Also sollten eigentlich nur die afrikanischen Staaten von der Initiative profitieren, die unmittelbar am Mittelmeer liegen. Dazu gehören Marokko, Algerien und Tunesien. „Durch Aufstockung der Programmmittel, neue geologische Bewertungen und die genannten vielfältigen Bemühungen ist Mauretanien nun auch dabei“, freut sich Henne.

Das „enerMENA-Programm“ ist als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Techniker und Wissenschaftler aus dem jeweiligen Staat werden durch Kurse und Seminare dazu ausgebildet, Solar- und Wetterdaten in ihrem Heimatland zu erfassen. Sie sollen als Grundlagen dafür dienen, geeignete Standorte für die Errichtung von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien zu ermitteln.

Über das Programm werden die Reise- und Aufenthaltskosten in den vorwiegend in Almeria abgehaltenen Kursen abgedeckt. Außerdem werden die für die Messungen vor Ort erforderlichen Geräte und Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse aus diesen Messungen sind wichtige Voraussetzungen dafür, künftig sinnvolle Projekte in Mauretanien mit Hilfe von Investoren und Banken anzustoßen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzige Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, der wesentlich am Aufbau der Helfenden Hände beteiligt war, nahm die Nachricht zum Anlass, um „auf Entwicklungschancen, die im Umfeld humanitärer Hilfe zusätzlich erwachsen können“, hinzuweisen. Diese müssten gesehen und genutzt werden.  

Ein erster Partner ist auf mauretanischer Seite für das „enerMENA-Programm“ bereits gefunden: Die Kooperation eines mauretanischen Unternehmens mit der Faculté des Sciences et Techniques der Universität von Nouakchott ist ein gutes Signal für die Umsetzung der Initiative.

Noch steht derartigen Projekten und Förderungen in Mauretanien ansonsten in großem Stil nach Auskunft von Dr.-Ing. Rudolf Henne allerdings ein wesentliches Hindernis im Weg. Solange die mauretanische Regierung auf ihrem Monopol für die Stromversorgung pocht, seien weder private Investitionen noch Fördermittel aus dem Ausland zu erwarten. In Aussicht gestellte Änderungen seien bislang leider noch nicht umgesetzt worden, so Henne.

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