23.02.2012

Neue Kundennähe angesagt

Staatssekretär Fuchtel Hauptredner beim 34. Politischen Aschermittwoch / Volle Halle in Tailfingen / Klare Abgrenzung nach links und rechts

 

Neue Kundennähe angesagt  Politischer Aschermittwoch in Tailfingen (von links): Wolfgang Heubach, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Böblingen, Christoph Schaefer, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Gäufelden, der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel sowie Bundestagsabgeordneter Clemens Binninger.

Gäufelden-Tailfingen. Der Aschermittwoch gilt gemeinhin als Tag der politischen Abrechnung. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel fand bei seiner Rede in Tailfingen zwar auch deutliche Worte für die Opposition in Berlin und die grün-rote Landesregierung in Stuttgart, gleichwohl nutzte er seine Stunde in der vollbesetzten Bürgerhalle vor allem zur Ermutigung: “Die Koalition ist besser als ihr Ruf. Nicht umsonst ist Deutschland unter Kanzlerin Angela Merkel wieder zur wirtschaftsstärksten Kraft in Europa aufgestiegen.“

Als Hauptredner des 34. Politischen Aschermittwochs  in Taifingen trat er dieses Jahr in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär auf Einladung seines Fraktionskollegen Clemens Binninger auf. “Die Schuldenbremse wirkt. Das zeigt, dass bei der Einladung eine preiswerte Lösung gewählt wurde“, spielte Fuchtel auf die kurze Anreise vom Kreis Calw in den Kreis Böblingen an. “Unter ‚Fuchtel‘ finden wir in den Lexika sowohl ‚Mit dem Säbel kreisen‘ als auch ‚Mit dem Degen fechten‘ – mal schauen wie wir heute über die Runden kommen“, machte der Politiker neugierig. Die Redner nach ihm bestätigten später, dass er der Themenvorgabe „CDU – die besseren Antworten“ trotz aller Aschermittwoch-Rhetorik voll gerecht geworden sei. Immerhin wurde der einstündige Auftritt von großem Applaus getragen. „Wenn wir alle unsere Power entfalten“, rief Fuchtel seinen zahlreichen Zuhörern in Tailfingen zu, „ist auch die grün-rote Regierungszeit in Stuttgart begrenzt!“

Die christlich-liberale Koalition in Berlin leiste hervorragende Arbeit, was sich längst in der internationale Meinung niederschlage: „Wann wurde eine Politikerin weltweit so ästimiert wie jetzt Angela Merkel“, frage Fuchtel in die Runde. Für Deutschland sei es ein Glücksfall, eine so starke Kanzlerin an der Spitze zu haben. Mit ihr sei es gelungen, die Arbeitslosenquote endlich wieder unter drei Prozent zu drücken. Für ihre Politik ernte sie höchsten Respekt in Europa: „Wir sind wieder die Nummer 1!“

Der „Außendienstler“ von Ursula von der Leyen ist jährlich über 100.000 Kilometer unterwegs. „Wenn wir Politiker den Bürger als Kunden begreifen und uns selbst als Angebot“, könne so etwas wie eine neue Kundennähe entstehen, die für eine nachhaltige Beziehung zwischen Bürger und Politik schlichtweg notwendig sei, schrieb er der etablierten Politik zur Steigerung der Erfolgschancen ins Stammbuch.

Deutschland sei ein „gesunder Sozialstaat“ geworden, „weil wir nicht mehr mit der Gießkanne verteilen, sondern genauer hinschauen, wer unsere Unterstützung wirklich braucht.“ Und weil „die Inflation für den kleinen Mann der größte Feind ist, haben für uns stabile finanzielle Verhältnisse in Europa höchste Priorität.“

Die CDU habe immer klare Trennstriche nach links und rechts gezogen, machte Fuchtel deutlich, dass „die Linke als Nachfolgepartei der PDS, deren Vorgänger die SED war, zu sehr von SPD und Grünen hofiert“ werde. Und die Demokratie zeige nur dann Stärke, wenn sie sich auch gegen rechts deutlich abgrenze.

Die CDU habe nichts gegen Mindestlöhne, machte der Politiker deutlich, aber etwas gegen gesetzliche Mindestlöhne, „weil Tariffreiheit für uns den höchsten Stellenwert hat und weil wir kein Gefeilsche bei den nächsten Wahlen wollen, frei nach dem Motto: Wer bietet die höchsten Mindestlöhne.“ Der Staatssekretär unterstrich die Zielsetzung der CDU: „In unserem Land muss man sich mit eigener Hände Arbeit seine persönliche Existenz erwirtschaften können.“

„Der Mann verstand es heute meisterhaft, mit dem Florett zu fechten“, hieß es aus dem Publikum. „Keine Angriffe unter der Gürtellinie“, wurde ihm assistiert, dafür aber „klare Worte und klare Positionen“, fasste Christoph Schaefer, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Gäufelden, zusammen.

[Druckversion]