28.02.2012

Kneipp-Kur von innen

Aus der Sprechstunde von Hans-Joachim Fuchtel / Wer fragt, der führt

Kneipp-Kur von innen Sein medizinisches Arbeitsprojekt zur Colon-Hydro-Therapie stellte der Herrenberger Arzt Johann Walker (rechts) dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) in Horb vor.

Horb / Herrenberg. Die Sprechstunde von Hans-Joachim Fuchtel ist stets ein Ort der Vielfalt. Für den Politiker gilt: Hier können auch völlig unkonventionelle Ideen vorgetragen werden. Und sie werden nach dem Motto geprüft: „Wer fragt, der führt“. So kam dieses Mal Johann Walker, Allgemeinarzt in Herrenberg und Vorsitzender des Bundesverbandes der Colon-Hydro-Therapeuten ins Horber Rathaus. Die Gruppe sucht nach mehr Möglichkeiten zur klinischen Erprobung des Therapieangebotes.

Durch sterilisierte und denaturierte Lebensmittel, fehlerhafte Ernährung und Lebensweise, Umweltbelastung, Gifte und Missbrauch von Medikamenten wird das Gleichgewicht zwischen Mensch und Bakterien zerstört, ist das Credo des Herrenberger Arztes Johann Walker. Eine Gruppe von Medizinern unter seiner Federführung hat deshalb der Dysbiose-Störung, die aus deren Sicht Ursache für viele Erkrankungen sein könne, den Kampf angesagt.

Komme die natürliche Lebensgemeinschaft von Bakterien und Mensch ins Ungleichgewicht, erlahmten die Abwehrkräfte im Organismus, ist die These der Ärzte um Johann Walker. Es gelange zu wenig Sauerstoff ins Gewebe. Gift- und Abfallstoffe würden nicht mehr schnell genug abgebaut und ausgeschieden. Die enormen Folgen für den Organismus reichten nach Meinung dieser Ärzte bis zu Depressionen, Angstzustände, Infektionen oder Entzündungen. Auch Hauterkrankungen sowie hoher Blutdruck, Migräne, Allergien und viele weitere Beschwerden würden heute einem nicht funktionierenden Darm zugeordnet, trug der Vorsitzende des Bundesverbandes der Colon-Hydro-Therapeuten vor.

Er und seine Kollegen steuern der Krankheit mit eben dieser Therapieform entgegen. Die spezielle Dickdarm-Therapie mit reinem Wasser, Sauerstoff und sanften Massagen habe eine lange Tradition. In den USA werde sie seit Jahren mit Erfolg zur Darmreinigung und Darmsanierung eingesetzt. Doch möchte der Facharzt für Allgemeinmedizin, der sich unter anderem auf Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin spezialisiert hat, diese Behandlungsmethode vor allem wissenschaftlich begleitet wissen.

„Bislang gibt es noch zu wenig Studien über die Kneipp-Kur von innen“, betonte Walker. Aus seiner Sicht könnte die Infrarot-Thermografie zum Einsatz kommen. Mit dieser neuartigen Messtechnik sollen Aussagen über die Energie im Körper vor und nach einer solchen Behandlung sowie zu möglichen Behandlungserfolgen getroffen werden.

Hans-Joachim Fuchtel bedankte sich für die Informationen und sagte zu, diese wegen weiterer Prüfung weiterzugeben. Fuchtel: „Es gab in meiner Sprechstunden schon viele Hinweise, die später zu interessanten Entwicklungen geführt haben.“ Für ihn sei nun interessant, wie diese Thesen in der Fachwelt beurteilt werden und ob tatsächlich mehr klinische Prüfung helfen würde.

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