14.03.2012

Oberster Rentenchef besucht Börlind

Dr. Rische und Direktor Seiter in Altburg / Gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern

Oberster Rentenchef besucht Börlind Deutschlands höchster Rentenchef besucht den Naturkosmetik-Hersteller Börlind in Calw-Altburg (von links): Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, CDU-Stadtverbandsvorsitzende Cathrin Wenger-Ammann, DRV-Präsident Dr. Herbert Rische, Geschäftsführer Michael Lindner und RV-Direktor Hubert Seiter.

Calw-Altburg. Wenn Deutschlands oberster Rentenchef derzeit ein mittelständisches Unternehmen besucht, dann hat er vor allem eine Frage auf dem Herzen: „Wie steht’s eigentlich um Ihre alternde Belegschaft?“ wollte Dr. Herbert Rische zu allererst auch von Börlind-Geschäftsführer Michael Lindner wissen. Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund und Hubert Seiter, Direktor der Rentenversicherung (RV) Baden-Württemberg, besuchten den Naturkosmetik-Hersteller in Altburg.

 

Michael Lindner hat eigentlich gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern gemacht, weshalb ihm vor der Konsequenz aus der demografischen Entwicklung und der Arbeit bis 67 Jahre nicht bange ist. Im Gegenteil: „Vielen von ihnen macht das Arbeiten umso mehr Spaß, weil sie noch gefragt sind.“ Sorgen, verriet der Geschäftsführer, bereite ihm eher die abwandernde Jugend. Denn aus Sicht der jungen Leute sei der ländliche Raum nicht besonders attraktiv.

Der Naturkosmetik-Hersteller hat die Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung (CSR) und Nachhaltigkeit zur Freude der beiden Rentenchefs in seiner Firmenphilosophie verankert. Dazu gehört auch die Investition in regelmäßige Fortbildungen. Diese Form der Mitarbeiterbindung und das Bekenntnis zum Standort Deutschland sind in Risches Augen die „wichtigsten Pfunde“, mit denen Mittelständler künftig bei der Mitarbeitersuche wuchern könnten. Denn angesichts des demografischen Wandels wird sich der Arbeitsmarkt nach Informationen des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel bald schon drehen. Dann werden Facharbeiter gesucht sein.

Börlind hat – vor allem durch seine Seniorchefin Annemarie Börlind – die Naturkosmetik aus ihrem Schattendasein geführt und ist mittlerweile auf Augenhöhe mit den ganz Großen der Branche, sagte Pressechef Thomas H. Mendes, in den Parfümerien nimmt Börlind sogar die Leuchtturm-Funktion ein.

Besonders wichtig für Börlind ist der deutschsprachige Raum. Für die 300 Produkte wird ausschließlich eigenes Tiefenquellwasser verwendet, erläuterte der stellvertretende Produktionsleiter Günter Rentschler. Da die Kapazität nicht mehr ausreichte, wird inzwischen eine zweite Quelle in 166 Meter Tiefe angezapft. Bis heute ist Börlind der Philosophie seiner Firmengründerin treu geblieben: „Was ich nicht essen kann, gebe ich mir nicht ins Gesicht.“

Doch gerade der Umgang mit natürlichen Bestandteilen macht die Arbeit im Labor zu einer besonderen Herausforderung, erläuterte Barbara Bücherl, Leiterin der Produktentwicklung. Wenngleich manches Unternehmen schon den Versuch gestartet hat, mit Naturkosmetik ebenfalls den Markt zu erobern: „50 Jahre Erfahrung erreicht man eben nicht so auf die Schnelle.“ Neben der Qualität entscheiden vor allem Geruch und Aussehen in der Damenwelt über den Erfolg einer guten Kosmetik. 

Anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums hat Annemarie Börlind zusammen mit dem gemeinnützigen Verein Häuser der Hoffnung ein eigenes sozio-ökologisches Karitébutter-Projekt initiiert, um sich nachhaltig in Mali zu engagieren. Karitébutter aus dem armen Agrardorf Siokoro wird in einer Vielzahl von Börlind-Produkten verarbeitet, berichtete Barbara Bücherl. Für die umweltschonende Produktion von 12 Tonnen Karitébutter jährlich wird die Energie über Solarbrunnen und Warmwasserkollektoren gewonnen.

Präsident Dr. Rische nimmt nach eigenem Bekunden bei Außenterminen Besuche in mittelständischen Firmen wahr, wie in diesem Fall auf Anregung des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel. Begleitet wurde er vom CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke.  Einerseits wolle er hören, wie die Herausforderung alternder Belegschaften bewältigt wird, so Rische, und andererseits, was seitens der Rentenversicherung auf den einschlägigen Gebieten unterstützend getan werden kann.

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