15.03.2012

Genossenschaftsgedanke hilft bei Energiewende

Fuchtel: Wertschöpfung in der Region halten / Volksbank Nagoldtal für Ideen offen

Genossenschaftsgedanke hilft bei Energiewende Wollen Genossenschaften für die alternative Energiegewinnung im Nordschwarzwald über die Volksbank Nagoldtal entwickeln (von links): Vorstandssprecher Jörg Stahl, der Parlamentarische Staatssekretär Hans- Joachim Fuchtel und Vorstandsmitglied Ralf Haller.

Nagold. Die Volksbank Nagoldtal möchte dabei helfen, dass die Wertschöpfung aus regenerativen Energien, die im Nordschwarzwald entsteht, in der Region bleibt. Dieser Grundgedanke muss auf genossenschaftlicher Basis weiterentwickelt werden, waren sich Vorstandssprecher Jörg Stahl, Vorstandsmitglied Ralf Haller sowie der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel nach intensivem Dialog einig.

Die Idee einer Genossenschaft ist für die Vorstände des Geldinstituts  nicht neu, entstanden doch die Volks- und Raiffeisenbanken Mitte des 19. Jahrhunderts als Hilfe zur Selbsthilfe aus der gleichen Idee heraus. Nach der von der Regierungskoalition eingeleiteten Energiewende, betonte der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, rücke diese Geschäftsform stärker ins Bewusstsein. Durch genossenschaftliche Anteile, ist seine Vision, ließe sich eine wirtschaftliche Basis schaffen, mit der die Förderung regenerativer Energien nicht nur vorangetrieben, sondern deren Erträge auch in der Region gehalten werden könnten.

„Außerdem bietet sich dadurch sogar die Chance, breite Bevölkerungsschichten an der Energiewende zu beteiligen“, so Fuchtel. Damit werde verhindert, dass die Wertschöpfung aus alternativen Energien zum Beispiel ins Ausland wandere, während die Region dafür die optische Beeinträchtigung ihres Landschaftsbildes, zum Beispiel durch Windräder, in Kauf nehmen müsste. Mit der genossenschaftlichen Idee werde letztendlich Vorsorge getroffen, dass die Projekte zur alternativen Energiegewinnung von einer breiten Basis getragen werden.

„Wir stehen solchen Projekten als Genossenschaftsbank sehr aufgeschlossen gegenüber“, machte Vorstandssprecher Jörg Stahl deutlich. Als Hausbank kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie von Privatkunden sei die Volksbank Nagoldtal ihren rund 14.000 Mitgliedern nach dem genossenschaftlichen Prinzip eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs verpflichtet. Ähnlich könnte eine Energie-Genossenschaft aufgebaut sein.

Kritisch blickt der Vorstand der Volksbank Nagoldtal auf das Reformpaket Basel III, das ab 2013 schrittweise in Kraft treten soll. „Die kleinen Banken leiden jetzt schon zu stark unter dem Regulierungsdruck“, sagte Jörg Stahl. Ausdrücklich wird von den Vorstandsmitgliedern begrüßt, dass sich die deutsche Bundesregierung um Stabilitätspolitik in Europa bemüht.  „Wir hoffen, dass mit den beschlossenen Rettungspaketen eine Beruhigung auf dem Währungssektor erreicht wird“, sagte Jörg Stahl. Das harte Verhandeln der Bundeskanzlerin verdiene Unterstützung. Mit der Bundesregierung sei man einer Meinung, dass Eurobonds für die Bewältigung der Gesamtproblematik nicht zielführend seien und sie die Finanzierung nur wesentlich verteuern würden. 

[Druckversion]