30.03.2012

Blickwinkel auf Politik erweitert

Julia Münster zum Praktikum im Deutschen Bundestag / Eine Woche in Fuchtels Berliner Abgeordnetenbüro

Blickwinkel auf Politik erweitert Julia Münster aus Fünfbronn durfte eine Woche lang vom Abgeordnetenbüro des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel aus das politische Geschehen in Berlin hautnah mit verfolgen.

Simmersfeld-Fünfbronn. Die Chance, ein Praktikum in einem Berliner Abgeordnetenbüro zu absolvieren, bekommt man nicht alle Tage. Die 16-jährige Julia Münster aus Fünfbronn erhielt eine Woche lang Einblicke in die Abläufe des Deutschen Bundestages und die Arbeit der Politiker. Möglich gemacht hat ihr das der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Der Regierungs- und Parlamentskomplex, den sich die Schülerin des  Altensteiger Christophorus-Gymnasiums im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung (BOGY) erschloss, hat unzählige Räume, in denen Arbeitsgruppen tagen, Ausschuss-, Plenar-, und Fraktionssitzungen, Anhörungen oder Recherchearbeiten stattfinden. „Das alles verdeutlichte mir, wie umfangreich und vielschichtig die politische Arbeit ist“, sagt Julia Münster. „Mit einem hauseigenen Reisebüro, einer Sporthalle, Bibliothek oder einer Post könnte man beim Bundestag beinahe von einer komplexen Stadt sprechen.“

In den Büros der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter „findet entgegen dem Glauben vieler jedoch in keinster Weise lediglich Kaffeekochen, das Abtippen von langen Texten oder Aktenschleppen statt“. Vielmehr habe sie erfahren dürfen, wie vielfältig auch dort „Politik gemacht wird“. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter unterstützten die Abgeordneten bei der Wahrnehmung der parlamentarischen Arbeit. Dazu gehöre auch das gesamte Büromanagement, die Koordinierung der Termine zwischen Wahlkreis, Hauptstadt und Parteiveranstaltungen, das Redenschreiben oder die Kontaktpflege zum Wahlkreis. Dabei sei es wichtig, alle politischen Veränderungen konsequent zu verfolgen und Fachkompetenz zu entwickeln.

„Im Laufe der Woche durfte ich zunehmend kleinere Aufgaben übernehmen, angefangen von diversen Botengängen und Recherchearbeit, bis hin zur Beantwortung von Wählerbriefen und dem Verfassen einer Pressemitteilung“, blickt Julia Münster auf ihr Praktikum zurück. „Die politischen Schauplätze und Debatten, wie sie in den Medien zu sehen sind, spiegeln nur einen Bruchteil der täglichen politischen Arbeit wider, die im Bundestag und den Abgeordnetenbüros geleistet wird.“ Als „schlichtweg falsch“ bewertet die 16-jährige nach ihrem einwöchigen Berlinaufenthalt „Behauptungen, die politische Arbeit sei demnach ein leichtes oder überbezahlt“. Das historische Reichstagsgebäude sei mehr als nur schöne Fassade.

„Durch das Praktikum hat sich mein Blickwinkel für das parlamentarische Geschehen und die Arbeit im Abgeordnetenbüro bedeutend erweitert“, betont die Schülerin. Denn „neben interessanten und erstaunlichen Eindrücken durfte ich viel Neues über die Demokratie in Deutschland lernen“. Doch wenngleich eine Woche zu kurz sei, um ein so komplexes parlamentarisches System vollständig zu erfassen: „Die Zeit in Berlin ermöglichte es mir, ein grundlegendes Bild hinter den Kulissen des Herzstücks unserer Demokratie zu erlangen, das ich in einigen Jahren gerne vertiefen möchte.“

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