11.04.2012

Ja zur Ausbildungsinitiative

Staatssekretär Fuchtel erhält Zusage von Volksbank Nagoldtal / Junge Bulgaren und Griechen in den Nordschwarzwald

Nagold. Junge Leute aus osteuropäischen Ländern oder
Griechenland können bei der Volksbank Nagoldtal eine solide
Ausbildung beginnen, wenn sie die Voraussetzungen dafür
erfüllen. Das hat Vorstandssprecher Jörg Stahl jetzt gegenüber
dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel
signalisiert. Nach den Entscheidungen über das Hilfspaket
müsse jetzt auch an Maßnahmen zur Senkung der
Jugendarbeitslosigkeit gearbeitet werden, unterstrich Fuchtel.

Der Bundestagsabgeordnete hatte dem Bankchef von der von ihm
initiierten Handwerkerbrücke nach Bulgarien berichtet, die nicht nur
den Fachkräftemangel abfedern, sondern auch die Berufsschulen
füllen soll. „Erste bulgarische Berufsschüler sollen möglichst noch in
diesem Jahr zur Handwerkerausbildung in den Nordschwarzwald
kommen“, sagte Fuchtel. Die Idee ließe sich doch sicher auch auf
Ausbildungen im Bankgewerbe übertragen, hatte der Politiker
angeregt. „Wir wären zu einer soliden Ausbildung bereit“, unterstrich
Stahl, wenn die Schüler die englische oder deutsche Sprache
beherrschten. Auch könne man sich einen Austausch in Form von
zeitlich begrenzten Praktika vorstellen.

Mit der Bereitschaft, junge Menschen aus den genannten Ländern in
Deutschland auszubilden, könne man gleich in mehrerer Hinsicht auf
deutscher Seite punkten, informierte Fuchtel. Zum einen suchten der
Mittelstand und das Handwerk dringend Fachkräfte und zum anderen
könnten auf diese Weise die Berufsschulen im Nordschwarzwald
stabilisiert werden. Denn gerade im ländlichen Raum seien
angesichts der demografischen Entwicklung in nicht allzu langer Zeit
ganze Klassen in Gefahr. Das System Handwerkerbrücke ließe sich
sicher auf die griechischen Erfordernisse übertragen.

Die Einbindung in den Unterricht sei gar nicht so schwer, so Fuchtel,
weil sowohl in Bulgarien als auch in Griechenland die deutsche
Sprache auf dem Lehrplan stünde. Wo die Sprachkenntnisse nicht
ausreichten, könne man durch Sonderunterricht nachhelfen.
Partnerschaften zwischen den Ländern würden den Wissenstransfer
auf europäischer Ebene weiter voranbringen, wovon auch die
Ausbildungsbetriebe und die deutsche Wirtschaft profitieren könnten.[Druckversion]