24.04.2012

Mehr Barrierefreiheit für behinderte Menschen

Staatssekretär Fuchtel kehrt mit guter Nachricht zurück / Bad Wildbad profitiert von Gespräch in Karlsruhe / Bergbahn als touristisches Produkt

Mehr Barrierefreiheit  für behinderte MenschenMehr Barrierefreiheit für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste auf den Strecken der Albtal-Verkehrs-GmbH (AVG) sicherten Hauptabteilungsleiter Christian Höglmeier (links) und Geschäftsführer Dr. Walter Casazza (rechts) in Karlsruhe dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Mitte) zu.

Bad Wildbad / Karlsruhe. Bahnreisende In Bad Wildbad sollen noch in diesem Jahr von einem neuen, behindertengerechten Konzept der Albtal-Verkehrs-GmbH (AVG) profitieren. Das betonte Geschäftsführer Dr. Walter Casazza im Rahmen eines Arbeitsgesprächs mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Karlsruhe. Innerhalb der nächsten sechs Monate hätten behinderte Fahrgäste dann die Möglichkeit, rechtzeitig vor Fahrtantritt per Handy Informationen darüber abzurufen, welcher Zug sogenannte Mittelflurwagen mitführt, bei denen ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich ist.

Das sei bereits eine große Erleichterung für mobilitätseingeschränkte Menschen und nütze darüber hinaus auch beispielsweise Müttern und Vätern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, sagte der Bundestagsabgeordnete, der außerdem mit Freude die Nachricht zur Kenntnis nahm, dass die Albtal-Verkehrs-GmbH voraussichtlich schon zu Anfang des Jahres 2013 neue Zweisystem-Stadtbahnen in Betrieb nimmt. Diese werden selbstverständlich behindertengerecht ausgestattet sein, sagte Christian Höglmeier, Hauptabteilungsleiter Infrastruktur der AVG.

Der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt war initiativ geworden, nachdem er in Bad Wildbad die frisch renovierte Sommerbergbahn auf ihre Barrierefreiheit testete. Ihm hatte Bürgermeister Klaus Mack in diesem Zusammenhang davon berichtet, Patienten der Reha-Kliniken und des Berufsförderungswerkes klagten immer wieder über eine beschwerliche An- und Abreise, weil es keine durchgängige Barrierefreiheit gebe. Jetzt konnte sich Fuchtel in Karlsruhe bereits über Verbesserungen informieren, die mit der neuen Fahrplanauskunft noch in diesem Jahr zum Tragen kommen.

Dafür wird künftig eine geänderte Software auf der Enztalbahn eingesetzt, die die Abfrage nach entsprechenden Fahrzeugen mit Hilfe des Mobiltelefons möglich macht. So wird vermieden, dass Betroffene unnötig auf Bahnsteigen warten müssen. Auch die neuen Fahrzeuge, schreibt Fuchtel an Bürgermeister Klaus Mack, werden wesentlich stärker auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Menschen ausgerichtet sein. Damit erhöhe sich natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass regelmäßig noch mehr Fahrzeuge auf der Strecke verkehren, die barrierefrei zu erreichen sind, bis die ältere Wagen-Generation ausgedient hat.

Das Angebot der AVG sei eine herausragende Möglichkeit, so Fuchtel, mit dem die Stadt Bad Wildbad und ihre Kliniken punkten könnten. Künftig werde es viel öfter möglich sein, dass Rollstuhlfahrer auf eigene Faust die Schönheiten der Kurstadt erleben. Von der Unterstadt könnten sie ja bereits barrierefrei mit der Sommerbergbahn zu einem der schönsten Ausflugsziele des Nordschwarzwaldes starten. Unter touristischen Gesichtspunkten gewinne nicht nur Bad Wildbad, sondern die gesamte Region an Attraktivität. Die Kurstadt könne damit ein touristisches Produkt entwickeln.

Fuchtel regte zudem an, die Sprache an den Fahrkartenautomaten zu vereinfachen und die Höhe der Bedieneinheiten – wo noch nicht geschehen – für Rollstuhlfahrer anzupassen Der Abgeordnete lobte die AVG für ihre intensive Zusammenarbeit mit dem Behindertenverband. Damit werde sowohl für körperlich als auch geistig behinderte Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Sinne der UN-Behindertenkonvention deutlich vereinfacht.

Casazza und Fuchtel vereinbarten für 2013 eine Jungfernfahrt mit dem neuen Zwei-System-Fahrzeug in den Schwarzwald, um auf die Verbesserungen aufmerksam zu machen.

[Druckversion]