27.04.2012

Studienobjekt für Lateinamerika

Oberbürgermeister aus vier Ländern in Calw / Staatssekretär Fuchtel und OB Eggert standen Rede und Antwort

Studienobjekt für Lateinamerika  Die Bronzefigur Hermann Hesse wurde von den Bürgermeistern und Politikern aus Lateinamerika in Calw umringt. Geführt wurde die Delegation der Konrad Adenauer Stiftung vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Sechster von rechts) und Oberbürgermeister Ralf Eggert (Vierter von rechts).

Calw. Als Studienobjekt für verantwortungsvolle und transparente Kommunalpolitik diente die Große Kreisstadt Calw einer politischen Delegation aus Lateinamerika. Auf Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel waren die kommunalen Spitzenvertreter in den Schwarzwald gekommen. Zusammen mit Oberbürgermeister Ralf Eggert stand der Bundestagsabgeordnete persönlich den Oberbürgermeistern und Politikern aus Argentinien, Chile, Kolumbien sowie Mexiko ausführlich Rede und Antwort zur lokalen Selbstverwaltung deutscher Kommunen und zur großen Politik.

 

Die Konrad Adenauer Stiftung unterstützt mit ihren Deutschlandseminaren regelmäßig politische Reformprozesse, um international einen Beitrag zur Demokratie- und Wirtschaftsentwicklung zu leisten. Auf dem Stundenplan der zehntätigen Bildungsreise standen neben Fachreferenten auch Begegnungen mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Erwin Teufel, dem Stuttgarter Landtagsabgeordneten Klaus Hermann,  dem früheren Staatsminister Anton Pfeifer und den Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und Peter Götz in Berlin.

Dass ihnen in der Hermann-Hesse-Stadt mit dem Abgeordneten des Wahlkreises Calw/Freudenstadt ein Mitglied der Bundesregierung persönlich Rede und Antwort stand, beeindruckte die Delegationsmitglieder, die in ihren Ländern konservativen Parteien vergleichbar der CDU angehören, besonders. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel spannten einen Bogen von den historischen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Nordschwarzwald, der auch eine Reihe von Weltmarktführern hervorgebracht habe, bis zur heutigen Wirtschaftskraft.  

Sein Abgeordnetenbüro in Altensteig sei durch die in Argentinien geborene Mitarbeiterin Verónica Kluge, die die Gespräche teilweise übersetzte, durchaus international aufgestellt, hob der Parlamentarier hervor. Fuchtel verwies auf die niedrige Arbeitslosenquote im Land der Tüftler und Denker, die „nicht von selbst gekommen ist“.

„In dieser Welt haben wir nur ein Leben“, sagte Fuchtel, „da müssen wir was bewegen.“ Deutschland sei gewillt, auch sein politisches Wissen in die internationalen Reformprozesse einzubringen, denn globale Wirtschaft brauche globale Nächstenliebe, damit die Welt näher zusammenrücke. Doch auch hierzulande funktioniere nicht alles schnell und nach Plan, wie man sich das international oft vorstelle. Er denke dabei nur an die Verkehrsverhältnisse in Calw. Deshalb riet Fuchtel seinen Zuhörern, sich von Rückschlägen in den Reformbemühungen nicht entmutigen zu lassen.

OB Eggert betonte, dass Städte wie Calw in der Geschichte  ihren Weg finden mussten. Da die landwirtschaftlichen Flächen begrenzt waren, hätten die Bürger mit der Wiege des Holztransports über Wasserstraßen schon in früher Geschichte Alternativen suchen müssen. Heute profitiere die Große Kreisstadt von der Nähe zum Ballungsraum Stuttgart.

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