18.05.2012

äWir haben um uns keine Feinde mehrô

Staatssekretär Fuchtel diskutiert mit Schülern der Gewerblichen Schule / Vorteile Europas sind eindeutig

„Wir haben um uns keine Feinde mehr“Europapolitischer Unterricht in der Gewerblichen Schule in Calw mit (von links) dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel MdB, dem Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und Schulleiter Günter Walz.

Calw. Europa ist eine wichtige Staaten-Gemeinschaft, für die es sich lohnt politisches Engagement zu zeigen. Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel Schülern der Gewerblichen Schule in Calw.  Der Europäer habe viele Vorteile, zum Beispiel auf Reisen und durch die gemeinsame Währung. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie man früher an der Grenze zu Frankreich oder anderen Ländern richtig gefilzt wurde“, so der Bundestagsabgeordnete.

 

Für die Schülerinnen und Schüler der Berufskolleg-Abschlussklasse 1BK2T war es schon die dritte Begegnung mit diesem Mitglied der Bundesregierung, das sie bereits in Berlin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales besucht hatten. Umso freier entwickelte sich jetzt die Diskussion am EU-Projekttag, an dem sich deutschlandweit namhafte Politiker beteiligten. Dabei wich der Parlamentarier auch schwierigen Fragen aus dem Kreis der politisch interessierten Schüler nicht aus.

Vor allem Deutschland profitiere von Europa, unterstrich Fuchtel gegenüber den jungen Leuten: „Es sind nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile als Exportland. Wir haben auch  keine Feinde mehr um uns herum.“ Allerdings verschwieg der Parlamentarier auch den weiteren Handlungsbedarf nicht. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ausgesprochen reges Diskussionsinteresse. Fuchtel begründete auf detaillierte Fragen auch die Zurückhaltung der christlich-liberalen Regierung bezüglich einer EU Mitgliedschaft der Türkei.

Das Land am Bosporus, durch dessen Mitte die Grenze zu Asien verlaufe, werde wegen seiner Agrarstruktur und seiner Größe sehr hohen Subventionsbedarf einbringen, was eine völlige Neuaufteilung mit sich bringen müsste. Da die bisherigen Mitgliedsländer noch auf lange Zeit auf diesem Sektor gefördert werden müssten, werde das zu einer Überforderung der Gemeinschaft führen, was eine wesentliche Erschwernis des europäischen Integrationsprozesses bringen würde. Kritische Bewertungen in Bezug auf Umgang mit Minderheiten und der Umgang mit der Glaubensfreiheit in der Praxis sowie weitere unzureichend gelöste Problembereiche kämen hinzu. Betrieben werde daher eine Politik guter Nachbarschaft.

Auch nach Griechenland erkundigten sich die Schüler besorgt.  Fuchtel verdeutlichte an diesem Beispiel den Bedarf an Gemeinsamkeit in der Fiskalpolitik in der EU und unterstrich, dass es auf keinen Fall ohne die vereinbarten Beiträge von Griechenland gehen werde. Fuchtel: “Für die griechische Bevölkerung sind dies sehr harte Zeiten. Dort muss aber auch gesehen werden, dass die EU sehr viel tut“. Es liefen jetzt auch regionale Unterstützungsmaßnahmen an, die Erfahrungsaustausch in Bildungspolitik, Verwaltungsorganisation, Umweltpolitik und auf anderen Feldern beinhalteten.

Der Staatssekretär zeigte sich erneut sehr angetan von den Kenntnissen der Schüler und freute sich über ihr großes Interesse an der politischen Diskussion. Genau das sei mit seiner Besuchsaktion bezweckt worden.

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