18.06.2012

CDU: Gäubahn direkt zum Flughafen

Politiker kämpfen für Standortverbesserung / Abstimmungsgespräche der CDU-Landtagsfraktion / Grün-Rot soll sich an Trassenvarianten halten

CDU: Gäubahn direkt zum FlughafenDie Interessen des Nordschwarzwalds vertraten bei der Abstimmungskonferenz der CDU-Landtagsfraktion im Landratsamt Böblingen (von links): Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger, der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeister Armin Jöchle aus Eutingen und Landtagsabgeordneter Norbert Beck.

Freudenstadt / Horb / Eutingen im Gäu / Calw / Böblingen. Mit ihrer gesamten politischen Kraft setzten sich die CDU-Politiker der Region Nordschwarzwald für einen Flughafen-Anschluss der Gäubahn ein. Der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, die Landtagsabgeordneten Norbert Beck und Thomas Blenke, die Landräte Dr. Klaus Michael Rückert und Helmut Riegger sowie Oberbürgermeister Peter Rosenberger aus Horb und Bürgermeister Armin Jöchle aus Eutingen sind sich einig: Der direkte Flughafen-Anschluss der Gäubahn muss kommen.

Der Staatssekretär und weitere Politiker aus der Region zeigten gestern Vormittag beim Gespräch der CDU-Landtagsfraktion zur Anbindung der Gäubahn an den Flughafen Stuttgart und die Landesmesse Geschlossenheit. „Die Region Nordschwarzwald muss bei der Umsetzung von Suttgart 21 auf die Realisierung der Trassenvarianten drängen, die einen Direktanschluss der Gäubahn bringen“, fasste der Parlamentarische Staatssekretär das Credo aus dem Nordschwarzwald im Landratsamt Böblingen zusammen. Diese Meinung ist auch mit der verabschiedeten Resolution zur Stärkung der Gäubahn konform, die von den Teilnehmern der Konferenz breite Zustimmung bis an den Bodensee fand. „Nur dadurch wird die Standortgunst des Nordschwarzwaldes elementar verbessert“, so Fuchtel. 

Seit Februar 2012 relativiere der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann zunehmend die Trassenvarianten von Stuttgart 21 mit Direktanschluss der Gäubahn an den Stuttgarter Flughafen. Auf dem Forum der CDU-Landtagsfraktion stellten die dort anwesenden CDU-Politiker aus der Region, darunter der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Landtagsabgeordneter Norbert Beck, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, Oberbürgermeister Peter Rosenberger und Bürgermeister Armin Jöchle klar, dass sie die Realisierung einer Trassenvariante verlangen, die dem Direktanschluss Rechnung trägt.

Fuchtel verwies in seinem Redebeitrag auf die fehlenden Möglichkeiten in der Region, einen Regionalflughafen anzusiedeln, so dass umso mehr eine Direktanbindung aus der Region an den Flughafen Stuttgart elementar sei. Hinzu komme der Tourismusaspekt: Fernreisende könnten durch den Direktanschluss an den Flughafen deutlich besser auf der Schiene in den Nordschwarzwald kommen, und man könne das endlich vermarkten. Letztlich bringe der Anschluss zur Messe auch weitere Chancen für das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Die Wortbeiträge des Bundestagsabgeordneten, von Landrat Dr. Klaus Michael Rückert und Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger fanden im Kreise der anwesenden Politiker im Böblinger Landratsamt Verständnis. Hans-Joachim Fuchtel wird nun veranlassen, dass die detailliertere Trassen-Priorisierung auch in der baden-württembergischen Landesgruppe der CDU-Bundestagsabgeordneten besprochen wird.

Landrat Rückert kündigte weitere politische Initiativen an, um die Interessen der Region Nordschwarzwald verstärkt sichtbar zu machen. „Der Anschluss an Flughafen und Messe ist für uns lebensnotwendig“, machte Rückert deutlich. Die klaren Vorteile der Anbindung des ländlichen Raums an Stuttgarter Hauptbahnhof, Flughafen und Messe seien ein Hauptargument bei der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 gewesen.

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger erinnerte daran, dass die Gäubahn-Anlieger sehr viel Geld in den Hand genommen hätten, um die Gäubahn zu ertüchtigen. „Wir wollen, dass die Gäubahn schneller wird und wären in der Raumschaft Horb entsetzt, wenn der Volksentscheid anders ausgelegt würde als abgestimmt.“ Der Direktanschluss an Flughafen und Messe wäre, so Rosenberger, „Wirtschaftsförderung par excellence“. Deshalb müsse er so realisiert werden, wie das vertraglich vereinbart worden sei.

Fuchtel abschließend: „Die Varianten mit Direktanschluss zum Flughafen waren Gegenstand der Volksabstimmung und dabei muss es schon aus demokratischen Gründen bleiben.“

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