22.06.2012

Mehr Barrierefreiheit auf der Gäubahn

Eutingen profitiert von Investition in Zweisystem-Stadtbahnen / Fuchtel kehrt mit guter Nachricht aus Karlsruhe zurück

Eutingen im Gäu / Freudenstadt / Karlsruhe. Bahnreisende im Kreis Freudenstadt sollen schon im nächsten Jahr von einem neuen, behindertengerechten und familienfreundlichen Konzept der Albtal-Verkehrs-GmbH (AVG) profitieren. Das betonte Geschäftsführer Dr. Walter Casazza im Rahmen eines Arbeitsgesprächs mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Karlsruhe. Die Albtalbahn bedient wesentliche Schienenstrecken im Landkreis Freudenstadt.

Sowohl auf der Gäubahn zwischen Eutingen im Gäu und Freudenstadt als auch auf der Anschlussbahn durchs Murgtal werden neue Zweisystem-Stadtbahnen in Betrieb genommen, bei denen ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich ist. „Die neue Bahngeneration ist eine große Erleichterung für mobilitätseingeschränkte Menschen und nützt darüber hinaus beispielsweise auch Müttern und Vätern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

„Diese Zweisystem-Stadtbahnen werden selbstverständlich behindertengerecht ausgestattet sein“, sagte Christian Höglmeier, Hauptabteilungsleiter Infrastruktur der AVG. Sie werden nach und nach eingesetzt, bis die ältere Wagen-Generation ausgedient hat.

„Vor allem der Raum Eutingen profitiert bereits erheblich vom Karlsruher Modell“, betonte der Bundestagsabgeordnete, da die AVG im Auftrag der Deutschen Bahn die Stadtbahnlinie S 41 von Karlsruhe nach Freudenstadt bis Eutingen verlängert habe. Dafür werden Normalspur-Fahrzeuge eingesetzt, die sowohl als Straßenbahn in der Stadt als auch als Stadtbahn in der Region unterwegs sein werden. Dadurch könne die Innenstadt von Karlsruhe auch von Eutingen aus direkt und ohne Umsteigen erreicht werden. Und in Eutingen bestehen gute Anschlussverbindungen Richtung Herrenberg und Stuttgart.

Über die Homepage der Bahn und via App auf dem Mobiltelefon könnten heute schon Echtzeit-Informationen abgerufen werden, so dass Fahrgäste punktgenau ihre Bahn erreichen können.

Fuchtel regte zudem an, die Sprache an den Fahrkartenautomaten zu vereinfachen und die Höhe der Bedieneinheiten – wo noch nicht geschehen – für Rollstuhlfahrer anzupassen Der Abgeordnete lobte die AVG für ihre intensive Zusammenarbeit mit dem Behindertenverband. Damit werde sowohl für körperlich als auch geistig behinderte Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Sinne der UN-Behindertenkonvention deutlich vereinfacht.

Casazza und Fuchtel vereinbarten für 2013 eine Jungfernfahrt mit dem neuen Zwei-System-Fahrzeug in den Schwarzwald, um auf die Verbesserungen aufmerksam zu machen. Er werde darauf drängen, so Fuchtel, dass dazuhin weitere Bahnhöfe im ländlichen Raum behindertengerecht saniert werden.

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