28.06.2012

Konzept Fuchtel/Osswald kommt voran

Bulgarische Delegation vom 2. bis 6. Juli in Freudenstadt / Ausbildung an Berufsschulen / Städtepartnerschaft als Grundlage / Unterstützung durch Konrad-Adenauer-Stiftung

Freudenstadt / Calw. Das Konzept des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel und von Oberbürgermeister Julian Osswald zur Weiterentwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Freudenstadt und Sandanksi kommt weiter voran. Hintergrund ist eine Kooperation zu beruflicher Ausbildung und Firmen-Know-how. Aus der bulgarischen Partnerstadt kommt eine Delegation mit Oberbürgermeister Andon Totev an der Spitze sowie Lehrern, Schülern und Unternehmern, um sich für fünf Tage auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Region Nordschwarzwald aufzuhalten.

Die Städtepartnerschaft zwischen Freudenstadt und Sandanksi besteht seit 2010. Jetzt soll sie in eine neue Dimension geführt werden. Sie hat die Zusammenarbeit auf dem Gebiet von beruflicher Ausbildung und Firmen-Know-how zum Ziel. Hans-Joachim Fuchtel: „Das ist ein neuer Weg in Europa. Freudenstadt ist damit ganz vorne dabei.“

Der tragende Gedanke von Fuchtel und Osswald ist, aus der Not eine Tugend zu machen. In Bulgarien herrscht hohe Jugendarbeitslosigkeit. Das duale Ausbildungssystem kennt man dort nicht. In Deutschland wird es in den nächsten Jahren weniger Schülerinnen und Schüler an den Berufsschulen geben. Damit steht der Erhalt der Breite des vielfältigen Förderungsangebots und damit ein Qualitätsverlust in ländlichen Regionen wie dem Nordschwarzwald zur Debatte. Hieraus soll nun eine „Win-win-Situation“ entstehen.

Durch gezielte Auswahl soll jungen Bulgaren aus der Partnerschaft eine qualifizierte Ausbildung an den Berufsschulen im Nordschwarzwald gegeben werden. Voraussetzung ist die Kenntnis der deutschen Sprache. An vielen Schulen Bulgariens wird zwar bereits Deutsch gelernt. Hier sollen nun vor Ort Abklärungen vorgenommen werden. „Wenn das positiv gelingt, steigen die Chancen für den praktischen Einstieg in die Konzeption“, erklärt Oberbürgermeister Julian Osswald.

„Was in Freudenstadt geplant ist, könnte bald auch in anderen Ländern Europas Schule machen, denn die Situation ist in Ländern wie Spanien und Griechenland ähnlich“, unterstreicht Staatssekretär Fuchtel. „Deshalb lohnt sich die Mühe“, so der Bundestagsabgeordnete, „denn die Probleme lösen sich nicht von selbst.“

Für die Konrad-Adenauer-Stiftung, die dieses Programm begleitet, erklärte der Landesbeauftragte für Baden-Württemberg, Dr. Stefan Hofmann: „Die operativen Möglichkeiten von Städtepartnerschaften in Europa ist ein Zukunftsthema, das wir gerade im Blick auf Ausbildungspartnerschaften gerne begleiten.“

Fuchtel und Osswald wollen im Endeffekt mittelfristig noch mehr. Das Ganze soll durch stärkeres Zusammenwirken von Handwerksbetrieben und mittelständischen Firmen ergänzt werden. Doch zunächst wird den Gästen aus Freudenstadt und Sandanski eine intensive Woche bevorstehen.

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