25.09.2012

Breitbandversorgung wieder auf aktueller Tagesordnung

Staatssekretär Fuchtel ließ nicht locker / Neue Chancen für Lösung in Alpirsbach und Loßburg / Konzernbeauftragter Fricke: Deutsche Bahn bereit zu konstruktivem Beitrag

Loßburg / Alpirsbach / Berlin. In die Überlegungen zum Anschluss an die Breitbandkabelversorgung im Raum Loßburg und Alpirsbach kommt Leben. Nachdem die Deutsche Bahn zunächst kategorisch jeden Vorschlag abgelehnt hatte, ihre vorhandene Bahntrasse für die DSL-Versorgung zur Verfügung zu stellen, schaltete sich der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel ein. Am Dienstag erklärte Eckart Fricke, DB-Konzernbeauftragter für Baden-Württemberg, die Angelegenheit in einer eigens dazu einberufenen Telefonkonferenz zur Eilsache. Jetzt soll rasch geklärt werden, ob der Kabeltrog entlang der Bahnstrecke zusätzlich DSL-Kabel aufnehmen kann.

Mit einer solchen Lösung, betonten gestern Loßburgs Bürgermeister Thilo Schreiber und sein Amtskollege Reiner Ullrich aus Alpirsbach, würde ihnen buchstäblich ein Stein vom Herz fallen. Die Erschließung würde realistisch, was die finanziellen Möglichkeiten betreffe, und wesentlich beschleunigt Die beiden Rathauschefs hatten sich vertrauensvoll an den Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel gewandt, weil sich keine Lösung für die Finanzierung des 16 Kilometer langen Kabelstrangs abzeichnete, nachdem die Bahn aus Sicherheitsgründen die Mitbenutzung ihrer Versorgungsleitungen und ihrer Trasse kategorisch abgelehnt hatte.

Hans-Joachim Fuchtel schaltete sich sofort in die Gespräche mit der Bahn ein und ließ nicht locker. Der Abgeordnete nutzte für Recherchen zur Machbarkeit eines solchen Projekts selbst den wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages und erreichte in einem persönlichen Gespräch mit Bahnchef Dr. Rüdiger Grube, dass das Thema zurück auf die aktuelle Tagesordnung geholt wurde.

 

Breitbandversorgung wieder  auf aktueller Tagesordnung Ließ beim Thema Breitbandversorgung für Loßburg und Alpirsbach nicht locker: der Parlamentarische Staatssekretär und hiesige Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel.

 

Nun wird die Idee der beiden Bürgermeister ernsthaft überprüft, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, die Bahntrasse von Alpirsbach nach Loßburg für die DSL-Versorgung zu nutzen. Dafür kommt der sogenannte Kabeltrog in Frage. Das bedeutet: Damit würde kein Kabel der Bahn angezapft, aber eine zusätzliche Versorgungsleitung eingezogen. Diese Option lässt der Konzernbevollmächtigte Eckart Fricke jetzt prüfen. Hans-Joachim Fuchtel: „Es geht jetzt nicht mehr darum, ob die Bahn bereit ist, sondern ob es vom vorhandenen Platz her möglich ist. Noch für Oktober ist die Antwort zugesagt.“

Die Bürgermeister Thilo Schreiber, dem Fuchtel bei der Telefonkonferenz persönlich zum „sensationellen Wahlergebnis“ in Weil der Stadt beglückwünschte, und Reiner Ullrich waren ob der Nachhaltigkeit, mit der der Abgeordnete ihr Thema verfolgt hatte, mehr als zufrieden. Beide Rathauschefs sahen sich durch „ihren“ Mann in Berlin, der seine Kommunen im Wahlkreis nicht hängen lasse, hervorragend unterstützt.

Schreiber und Ullrich zeigten sich außerdem „erleichtert“, weil sich offensichtlich eine gute Lösung für das interkommunale Projekt abzeichnet. „Wir sehen ein großes Einsparpotenzial durch die Mitbenutzung des Kabeltrogs“, betonte der Loßburger Bürgermeister, während sein Alpirsbacher Amtskollege sich darüber freute, dass „wir ein großes Stück vorangekommen sind und die Internetversorgung unserer Kommunen aller Voraussicht nach wesentlich beschleunigen können.“ Ein  großer ökologischer Vorteil der Bahntrasse wäre auch, dass nicht in die komplizierte Topografie eingegriffen werden müsste. Dies, so Fricke, habe die Bahn veranlasst, sich in diesem speziellen Fall für eine solche Lösung zu öffnen.

Bei einem Vor-Ort-Treffen im Oktober sollen weitere Details mit dem Konzernbeauftragten der Bahn und den Experten der tkt teleconsult Kommunikationstechnik aus Backnang besprochen werden, die den Anschluss an die Datenautobahn herstellen soll. 2830 Haushalte in Alpirsbach und 3165 Haushalte in Loßburg könnten, wenn alles glatt läuft, über Knotenpunkte an das Breitbandkabel im Kabeltrog der Bahn angeschlossen werden. Zudem werden bereits vorhandene kommunale Leerrohre zu den einzelnen Ortsteilen genutzt.

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