28.09.2012

Fiery Joe spricht auch in Waldachtal

Bekannter Künstler berichtet am Nationalfeiertag über seine Flucht aus der DDR / Staatssekretär Fuchtel lädt Joachim Matz ein

Waldachtal. Fiery Joe kommt nach Waldachtal. Der Brandenburger Künstler Joachim Matz liebt Metalle und die Malerei. Die künstlerische Freiheit durfte er jedoch nicht immer genießen. Über sein Berufsverbot und seine Haftzeit in der DDR, seine abenteuerliche Flucht in den Westen und seinen künstlerischen Neuanfang spricht er auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel am Mittwoch, 3. Oktober, um 16 Uhr in der Empfangshalle der Lützenhardter Fachklinik Sonnenhof. Sein Thema: „Ich nahm mir die Freiheit und wurde Künstler“.

Damit soll auch im Landkreis Freudenstadt an die Bedeutung des Tags der Deutschen Einheit erinnert werden. Der Kontakt zu dem bekannten Künstler kam über den Bundestagsabgeordneten zustande. Sein Bericht bei einer ersten Begegnung in Berlin faszinierte ihn, und sofort bemühte er sich um Joachim Matz, der in Waldachtal einen Einblick in die Zeit vor und nach der Wende und in sein bewegtes Leben geben wird. Vorab treffen sich Künstler aus der Region um 14 Uhr zu einem lockeren Gespräch mit Fiery Joe im Sonnenhof.

1948 in einer Kleinstadt in Mecklenburg geboren, wurde er aufgrund seiner Weltanschauung nach dem Studium mit Berufsverbot belegt. In der ehemaligen DDR saß er insgesamt siebeneinhalb Jahre in politischer Haft. 1985 gelang ihm eine äußerst abenteuerliche Flucht in den Westen, wenngleich er dabei sehr schwer verletzt wurde.

Joachim Matz alias Fiery Joe vereint in sich die ungewöhnlichste, menschliche Kombination weltweit. Irgendwie hat er’s immer mit dem Feuer. Fiery Joe ist nicht nur Künstler, sondern auch Stuntman. Und da ist er der Inhaber eines der spektakulärsten Weltrekorde der Welt, weil er mit einem Motorrad durch einen 105 Meter langen Feuertunnel gerast ist.

In Künstlerkreisen gilt der Brandenburger als der Gallé des Metalls, benannt nach einem französischen Kunsthandwerker, der im 19. Jahrhundert berühmt geworden ist. Aus Stahl, Edelstahl, Kupfer, Bronze, Silber oder Gold formt Mast Schmuck, Raum- und Wandkunst, Leuchtsäulen, Skulpturen, Objekte. Dabei arbeitet er nach einem von ihm entwickelten "Zusammenschrumpfverfahren". Dem Metall wird die Kälte entzogen. 

Jedes seiner Werke ist ein Unikat, erkennbar an seinem Signum, einem stilisierten Symbol seines beindruckenden Schnauzbartes, das in jede seiner Kreationen eingearbeitet wird. Joachim Matz hat bereits in Großbritannien, dem Fürstentum Liechtenstein, den USA und natürlich deutschlandweit ausgestellt. Auch nach Waldachtal bringt er einige seiner Werke mit.

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