11.10.2012

Samaras dankt Fuchtel

Neue Gesprächskultur entwickelt / Merkel: DGV-Arbeit zeigt erste Erfolge / Kommunalen Schatz der Möglichkeiten einsetzen / Sechs Stunden Gespräche in Athen

Samaras dankt FuchtelAuf dem Weg zur griechischen Wirtschaft in Athen (von links): Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Griechenlands Ministerpräsident Andonis Samaras und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Bundespresseamt/Steffen Kugler

Athen / Calw / Freudenstadt. Dem Vizepräsidenten des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Roger Kehle aus Stuttgart, zugleich Präsident des Gemeindetages Baden-Württemberg, sowie den in Sachen Griechenland aktiven Kommunal- und Regionalpolitikern quer durch die Republik müssen beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen die Ohren geklingelt haben: Ministerpräsident Andonis Samaras dankte Hans-Joachim Fuchtel als Beauftragtem der Bundeskanzlerin für die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) für „die neue konstruktive Gesprächskultur“. Merkel berichtete auf der zentralen Pressekonferenz von „ersten Erfolgen der Arbeit der DGV“. Der Parlamentarische Staatssekretär hatte die Regierungschefin bei all ihren Treffen begleitet.

Ende 2011 war Fuchtel von Angela Merkel neben seiner Aufgabe im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu ihrem persönlichen Beauftragten für die DGV berufen worden. In dieser Eigenschaft war er zur Unterstützung des Aufbaus sogenannter „Know-how-Partnerschaften“ seitdem in verschiedenen Regionen aktiv. Der Bundestagsabgeordnete brachte deutsche und griechische Kommunal- und Regionalpolitiker sowie Kräfte aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch.

Nicht nur 81 Fernsehauftritte zeugen zwischenzeitlich von der öffentlichen Wahrnehmung dieser deutsch-griechischen Zusammenarbeit, sondern es kam auch ein neuer Ton des Zuhörens und der Sachlichkeit zustande. Ministerpräsident Samaras würdigte das gar mit den Worten von einer „neuen Gesprächskultur“. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias ergriff die Hand des deutschen Staatssekretärs und dankte in persönlichen Worten für den „uneigennützigen Einsatz für unser Volk“.

An vielen Orten Griechenlands ist eine Zusammenarbeit zwischen deutschen und griechischen Kommunen, Regionen, Wirtschaftskammern und gesellschaftlichen Gruppen aufgenommen worden. Fuchtel: „Das zeigt die große Bereitschaft der Deutschen, den Griechen ganz direkte und persönliche Unterstützung zu leisten. Diese ist geprägt von langer freundschaftlicher Beziehung und dem unkomplizierten Zusammenleben in  beiden Ländern. Mehr als zwei Millionen Urlauber aus Deutschland, annähernd 300000 ständig in Deutschland lebende Griechen sowie über 30000 in Griechenland lebende Deutsche unterstreichen dies“. Durch die Aktivitäten erfolge ganz konkret die Unterstützung des griechischen Reformprozess.

500 Journalisten und Fotografen interessierten sich in Athen für das Treffen der Spitzenpolitiker. Bundeskanzlerin Angela Merkel hob im Rahmen der zentralen Pressekonferenz vor einer großen Zahl von Medienvertretern die Arbeit der Deutsch-Griechischen Versammlung hervor, die “schon etliche Erfolge erreicht hat“. Dies sei, so Fuchtel, eine Anerkennung für alle Akteure und zeige, „welchen Schatz an Möglichkeiten bei den deutschen Kommunen vorhanden ist.“ Das jetzt in der Krise von Kommune zu Kommune zu realisieren, sei eine fantastische Idee, die zudem wesentlich preiswerter sei als manches andere.

Natürlich habe auch er die begleitenden Demonstrationen wahrgenommen. Sie seien Ausdruck der Problemlage der Menschen, die in diesen Wochen sehr viel an Veränderungen erlebten. Manche Medien hätten die radikalen Kräfte in den Mittelpunkt gestellt, die aber bei weitem nicht das tatsächliche Bild geprägt hätten.

Bei einer Unterredung mit griechischen und deutschen Unternehmern würdigte der Präsident der deutsch-griechischen Handelskammer ebenfalls „den ausgesprochen konstruktiven Ansatz der DGV, der Impulse bringt aufgrund seiner Konkretheit“. Der Präsident verwies auf die kürzlich von Staatssekretär Fuchtel gehaltene Rede vor nahezu 300 Unternehmern auf der Jahresversammlung der Kammer.

Die deutsche Präsenz zu diesem Zeitpunkt ist eine Ermutigung für die Griechen, den notwendigen Reformprozess umzusetzen,  sagte Fuchtel am Mittwoch zur frühen Stunde im Interview mit dem Südwestrundfunk. Da war er schon wieder auf dem Sprung vom in tiefer Nacht aus Athen noch erreichten Heimatort Altensteig nach Freiburg, wo er beim achten Freiburger Mittelstandskongress unter dem Motto "Erfolg stabilisieren" die Eröffnungsrede hielt.

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