12.10.2012

Kräftige Investionen in Maschinenpark

VLM gibt eine Million Euro für Modernisierung aus / Staatssekretär Fuchtel lobt unternehmerischen Weitblick

Kräftige Investionen in Maschinenpark Höchste Präzision wird der Firma VLM in Wildberg täglich von ihren Kunden abverlangt, erfuhr der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) von Unternehmer Frank Müller.

Wildberg. Eine Million Euro wird die Vorrichtungs- und Lehrenbau Müller GmbH (VLM) in Wildberg bis 2013 in ihren Maschinenpark investiert haben. Das erfuhr der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel aus erster Hand von Geschäftsführer Frank Müller. Ein Teil der neuen Maschinen ist bereits im Einsatz.

Der Bundestagsabgeordnete lobte den unternehmerischen Mut und die Standorttreue der Eigentümerfamilie, die mit ihrem Betrieb seit 1964 in Wildberg ansässig ist. Der Schritt zu derart umfangreichen Investitionen, mit denen Arbeitsplätze in der Region gesichert werden, sei beileibe nicht selbstverständlich, betonte Fuchtel bei einem Gespräch mit Frank Müller in der Neuen Messe Stuttgart, wo VLM einen Querschnitt seines Leistungsportfolios zeigte.

Das Unternehmen fertigt Vorrichtungen für alle Industriezweige, baut Lehren und Sondermessgeräte nach Kundenanforderungen und liefert Präzisionsteile als Einzelstücke oder in Kleinserien. Auch in der Lohnbearbeitung ist das Familienunternehmen ein gefragter Partner für unterschiedliche Branchen. Viele Weltmarktführer haben VLM zu ihrem Premium-Lieferanten ernannt. Schwerpunkte wurden in den Branchen Maschinenbau, Automobilzulieferung, Wehrtechnik und Lebensmittelindustrie gesetzt.

Die Anfänge des erfolgreichen Familienunternehmens im Landkreis Calw gestalteten drei Brüder nach ihrer Flucht mit den Familien vom Osten in den Westen Deutschlands. Damals sollte die Firma, die der Großvater 1935 in Chemnitz gegründete hatte, enteignet werden. Die wichtigsten Werkzeuge hatten sie vorab verbotenerweise immer wieder über die Grenze gebracht, so dass der Versuch des DDR-Regimes, aus den Errungenschaften der Gründerfamilie Kapital für einen volkseigenen Lehren- und Vorrichtungsbau in Chemnitz zu schlagen, wegen des fehlenden Wissens und der bescheidenen Ausstattung später kläglich scheiterte.

Die Familie war mit einem Doppeldecker offiziell zu einem Ausflug nach Ostberlin gestartet, um dort in einem unbeobachteten Augenblick kurzerhand durchs Brandenburger Tor in den Westen zu marschieren. Damals waren noch viele Pendler in der geteilten Stadt unterwegs. An die Flucht, die Frank Müller als 12-jähriger miterlebt hat, erinnert sich der Unternehmer noch ganz genau. 1961 starteten sein Vater und die beiden Onkel dann mit der VLM in der neuen Heimat durch, zunächst in gemieteten Räumen in Hirsau.

Hans-Joachim Fuchtel lernte Müller während seiner Schulzeit am Otto-Hahn-Gymnasium kennen. Über die Junge Union waren sie sich damals auch politisch näher gekommen. Später studierte der Firmenchef Maschinenbau und konzentrierte sich auf den Ausbau der Vorrichtungs- und Lehrenbau Müller GmbH, die heute 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt.

In den zurückliegenden 52 Jahren hat das Familienunternehmen über 100 Lehrlinge ausgebildet, was im Schnitt einer Ausbildungsquote von rund 15 Prozent entspricht. Kein Wunder also, wenn sich die komplette Belegschaft aus ehemaligen Auszubildenden zusammensetzt.

Der Abgeordnete diskutierte mit Frank Müller auch über konjunkturelle Entwicklungen und Wirtschaftsfragen. Vor allem lobte er dessen unternehmerischen Weitblick. Denn das Familienunternehmen habe die kritische Phase schleppender Auftragseingänge in den Jahren 2009 und 2010 klugerweise für die Weiterbildung seines Mitarbeiterstamms genutzt. Als Mitglied der Bundesregierung war Fuchtel als zuständiger Haushaltspolitiker in der vordersten Reihe dabei, als darüber entschieden wurde, dass der Mittelstand dafür finanzielle Unterstützung erhält. Unternehmerfamilie Müller jedoch hat die meisten Fortbildungen uneigennützig kurzerhand aus der eigenen Firmenkasse bezahlt.

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