16.10.2012

Hilferuf der Hilfsorganisationen

Gelder für Transporte auf Landesebene gestrichen / Vereine suchen Unterstützung / Gespräch mit Staatssekretär Fuchtel

Hilferuf der Hilfsorganisationen Zu einem Krisengespräch über die fehlenden Zuschüsse der Baden-Württemberg Stiftung trafen sich in Horb (von links): Stefan Jeutter, Wolfgang Fuoss, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Karin Wahr und Werner Kramm.

Nagold / Loßburg / Horb. Die Lager sind voll, aber die Hilfsorganisationen haben nicht genügend Geld, um den Sprit für alle Transporte nach Osteuropa zu finanzieren. Der Grund: In Baden-Württemberg hat man Mitte des Jahres die Fahrtkostenzuschüsse gekippt, weshalb bis zu 10.000 Euro jährlich in den insgesamt 70 Vereinskassen fehlen. „Wenn nicht von irgendwo Unterstützung kommt, kann unsere ehrenamtliche Arbeit kaum noch Früchte tragen“, befürchteten die gemeinnützigen Organisationen „Hilfstransporte + Waisenhilfe“ aus Nagold sowie „Hoffnung und Hilfe“ aus Loßburg bei einem Treffen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Horb.

Die Landesstiftung, die mit ihrem Millionen-Etat schulische, sportliche, kulturelle und humanitäre Aktivitäten unterstützt, wurde schon unter dem damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel ins Leben gerufen und unter seinem Nachfolger Günther Oettinger wiederbelebt. Bis Mitte dieses Jahres profitierten zahlreiche Hilfsorganisationen in Baden-Württemberg, die sich für Bedürftige in Osteuropa engagieren, von den Fördergeldern aus diesem Topf. Doch zum 30. Juni 2012 wurde die Option, einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent für Benzin, Maut- und Parkplatzgebühren zu erhalten, von der Baden-Württemberg Stiftung gestoppt. Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Da wir ohnehin schon stark unter den gestiegenen Spritpreisen leiden, mussten wir jetzt leider einen Teil unserer Transporte streichen“, bedauerte Karin Wahr von „Hilfstransporte + Waisenhilfe e. V.“ in Nagold-Mindersbach. Aus zwei monatlichen Touren, die die Fahrer ehrenamtlich im vereinseigenen und über Sponsorengelder finanzierten Lastwagen zurücklegen, wurde eine. In den Waisen- und Krankenhäusern in Rumänien und Ungarn schmerzt der Verlust. 

Ähnlich geht es den Mitgliedern des überkonfessionellen christlichen Missionswerks „Hoffnung und Hilfe“ in Loßburg-Sulzbach, dessen Ziel die ganzheitliche Hilfe in den GUS-Staaten und den Ländern des ehemaligen Ostblocks ist. Wie die Kollegen in Mindersbach stößt auch dieser Verein nach Aussage von Stefan Jeutter ohne finanzielle Unterstützung durch die Landesstiftung trotz Sponsorengelder an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten.

Hans-Joachim Fuchtel bedauerte diese Entwicklung, hatte er sich doch vor Jahren erfolgreich für die Anliegen der christlichen Gruppen eingesetzt. Er verstehe das nicht. Wer Osteuropa kenne, wisse um die Lage der Waisenkinder und auch vieler Familien in abgelegenen Regionen. Die Arbeit der Organisationen habe sich dort als ein Segen erwiesen.

 

SPENDENKONTEN

 

Unterstützen kann man die beiden Hilfsorganisationen durch Spenden: Hilfstransporte + Waisenhilfe e. V., Nagold-Mindersbach, Konto 8446466 bei Sparkasse Pforzheim Calw  (BLZ 66650085) sowie Hoffnung und Hilfe e. V., Loßburg-Sulzbach, Konto 433268 bei Kreissparkasse Rottweil (BLZ 64250040).

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