15.10.2012

Beim Brückenschlag dabei

Scheidt denkt über Partnerhotel auf Kreta nach / Gespräch mit Gouverneur / Fuchtel Motor für Tourismus / Ehrgeizige Pläne

Beim Brückenschlag dabei Der Brückenschlag nach Griechenland war Thema im Bad Hotel Bad Teinach (von links): Geschäftsführer Christian Scheidt, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Kretas Gouverneur Stavros Arnaoutakis und sein Generalsekretär Dr. Nikolaos Raptakis.

Bad Teinach. Der Einsatz junger Fachkräfte aus Griechenland wird nicht nur dem deutschen Gastgewerbe in den Wintermonaten über die Runden helfen, sondern zugleich ein wichtiger Beitrag zur Klimaverbesserung in Europa sein. „Wir sind beim Brückenschlag dabei“, bestätigte Geschäftsführer Christian Scheidt dem Gouverneur von Kreta im Bad Hotel Bad Teinach. Zuvor hatte Stavros Arnaoutakis mit Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Kretas Generalsekretär Dr. Nikolaos Raptakis ein Bad in der Therme genommen.

Doch verfolgen die neuen Eigentümer des Bad Hotels und der Therme – Privatinvestoren um den Pforzheimer Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler – zunächst ihre ehrgeizigen Erweiterungspläne. 12 Millionen Euro werden ab Mai 2013 in die Aufstockung auf 100 Zimmer, die Kategorie Vier Sterne Superior, die Restaurant-Erweiterung um einen Wintergarten sowie die Sanierung des Thermalbades investiert. „Dafür brauchen wir dann gut Hände“, machte Scheidt deutlich, dass für die Belebung der früheren Sommerresidenz der Königin von Württemberg eine größere Zahl an Fachkräften gesucht wird.

Es ist kein Geheimnis, dass Hotellerie und Gastronomie jetzt schon unter Fachkräftemangel leiden und kaum Nachwuchs finden. Die Situation ist in den Wintermonaten besonders angespannt. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die demografische Entwicklung diese Entwicklung noch verstärken werde. Deshalb  hat er vorgeschlagen, Saisonkräfte aus Griechenland ab Herbst in Deutschland zu beschäftigen. Die Zielgruppe fordere den Wellnesshotels immer umfangreichere Leistungen ab, so Scheidt, was mit weiterem Personalaufwand verbunden sei. Nichtsdestotrotz werde immer häufiger der qualitativ hochwertige Kurzurlaub nachgefragt.

Auch auf Kreta hofft man nach dem Besuch der Bundeskanzlerin, die der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei ihrer Reise nach Athen begleitet hat, auf ein besseres Image in und mehr Buchungen aus Deutschland, erläuterte Dr. Nikolaos Raptakis. Ein Engagement für Griechenland wie im Nordschwarzwald trage entscheidend zur Entspannung des Klimas bei, meinte der Generalsekretär, „das ist wichtig für uns!“

Mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel habe Griechenland seinen „Superbotschafter und aktiven Netzwerker“ längst gefunden, ist Gastgeber Christian Scheidt überzeugt, „vor allem schafft er eine gute Bewusstseinserweiterung für die Sorgen der Südeuropäer.“ Die Jugend sei längst EU-orientiert, so der Hotelier, wohlwissend, dass das duale Ausbildungssystem in Deutschland führend auf der ganzen Welt sei. Insofern könne ein Austausch mit Griechenland, zum Beispiel in Form einer aktiven Hotelpartnerschaft, für alle Beteiligten eine Bereicherung bedeuten.

Gouverneur Stavros Arnaoutakis versprach, die Idee, Fachkräfte in den Wintermonaten nach Deutschland zu vermitteln, auf Kreta noch stärker publik zu machen und um Vertrauen bei den jungen Leuten zu werben. Wichtig sei, pflichtete ihm Christian Scheidt bei, dass man offen aufeinander zugehe – ohne eine Partnerschaft schon im Vorfeld an allzu vielen Inhalten festzumachen.

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