14.11.2012

Jahrhundertaufgabe ist geschultert

Bei Einweihung der Schopflocher Ortsumfahrung kann Fuchtel nicht dabei sein / Wegen wichtiger Verpflichtungen in Berlin als Staatssekretär / Trassenvarianten schon zu Zeiten des ehemaligen Bürgermeisters Winter abgelaufen

Jahrhundertaufgabe ist geschultert Über die Fortschritte der Schopflocher Ortsumfahrung hat sich der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) erst kürzlich bei Bürgermeister Klaas Klaassen ausführlich informiert.

Schopfloch. Hans-Joachim Fuchtel gilt als der wichtigste Akteur der beschleunigten Realisierung der neuen Ortsumfahrung von Schopfloch. Und doch kann der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt bei der Einweihung des lang herbei gesehnten B28a-Abschnitts zwischen Horb und Freudenstadt nicht dabei sein. Die Pflicht ruft den Parlamentarischen Staatssekretär als Mitglied der Bundesregierung am Montag, 19. November, nach Berlin.

Dabei hatte Fuchtel noch mit dem ehemaligen Bürgermeister Ernst Winter durch sonntägliches Ablaufen möglicher Alternativen wesentlich auf die Findung der Trasse und damit auf eine grundsätzliche Möglichkeit zur Umsetzung hingewirkt. Im Blick auf die Verträglichkeit mit der Natur habe man so eine konsensfähige Trasse ausfindig gemacht.

Deshalb bedauert der Politiker, der viel Zeit und Herzblut in das Projekt investiert hat, umso mehr, nicht vor Ort sein zu können. Die Umfahrung von Schopfloch sei ein Beispiel dafür, „wie man als engagierter Abgeordneter für seinen Wahlkreis etwas erreichen kann.“ Das schreibt Fuchtel an Schopflochs Bürgermeister Klaas Klaasen. Mit dem Rathauschef verbindet ihn das entscheidende nächtliche Telefonat, um den wohl größten Coup für die Schwarzwald-Gemeinde zu landen. Das Jahrhundertbauwerk war nämlich laut Prioritätenliste im Straßenbau ursprünglich für einen späteren Zeitraum vorgesehen. Doch Fuchtel schaffte es – damals war er noch Haushaltspolitiker – gegen erhebliche Widerstände, aus zusätzlich freigesetzten Mitteln des Bundeshaushalts die Umfahrung Schopflochs früher zu finanzieren.

Als Parlamentarischer Staatssekretär sei er im Auftrag der gesamten Bundesregierung für das Sozialmonitoring mit den führenden Sozialverbänden Deutschlands zuständig, erklärt Fuchtel sein Fernbleiben am Montag, „diese Aufgabe kann ich wegen ihrer Bedeutung nicht delegieren.“ Sehr langfristig würden derartige Termine wegen der landesweiten Vertretung der Spitzenverbände durch ihre Präsidenten festgelegt.

Mit der B28-Umfahrung habe eine „Jahrhundertaufgabe für Schopfloch geschultert werden können“, so Fuchtel weiter, an der er als Parlamentarier „wohl etwas mehr Anteil gehabt habe als üblich ist.“ Die Realisierung des Projekts beweise, dass konsequentes politisches Arbeiten auch an Details bei solchen Trassierungen unbedingt erforderlich sei, betont der Bundestagsabgeordnete, der sich auch darüber freut, dass die Belange der Umwelt ausreichend berücksichtigt wurden. Deshalb sei es ihm eine besonders große Freude, künftig über diese Straße seines Wahlkreises zu fahren, wohl wissend, dass sie für die Bevölkerung von Schopfloch, für die Wirtschaft und für alle Verkehrsteilnehmer eine „sehr große Entlastung und ein Gewinn an Lebensqualität“ bedeute.

Die Baukosten der 2,7 Kilometer langen Umfahrung Schopflochs betrugen insgesamt rund elf Millionen Euro, inklusiv  2,3 Millionen Euro für eine Grünbrücke.

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