21.11.2012

Unternehmen besser vernetzen

Fuchtel bei Weinmann-Aach: Ideen der Wirtschaft dürfen nicht zu kurz kommen / Mitarbeitersuche immer schwieriger

Unternehmen besser vernetzen Wirtschaftsgespräch bei Weinmann-Aach in Dornstetten mit (von links): den Vorständen Sascha Rauter und Gebhard Strähler, dem Vorstandsvorsitzenden Fritz Weinmann, dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Vorstand Simon Schultz, Michael Wloch (Junge Union), CDU-Fraktionsvorsitzende Pascale Peukert sowie Bürgermeister Bernhard Haas.

Dornstetten. Es gibt gute Argumente, dass sich die Unternehmen, die die „kleine Wirtschaftsinsel“ in Dornstetten prägen, besser vernetzen. Darauf wies der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel beim Gespräch mit dem Vorstand der Weinmann-Aach AG hin. Der Bundestagsabgeordnete sprach sich auch für eine engere Verzahnung zwischen Mittelstand und Politik aus, „damit die Ideen der Wirtschaft nicht zu kurz kommen.“

Dabei geht die Weinmann-Aach AG in Dornstetten durchaus mit gutem Beispiel voran, betonte CDU-Fraktionsvorsitzende Pascale Peukert, denn das Familienunternehmen sei Mitglied im örtlichen Handels- und Gewerbeverein. So werde in Kooperation mit der Stadt ein Beitrag dazu geleistet, den Gewerbestandort attraktiv zu halten. Das bestätigte Bürgermeister Bernhard Haas. An dem Wirtschaftsgespräch nahmen außerdem die Vorstände Sascha Rauter, Gebhard Strähler und  Simon Schultz sowie Michael Wloch von der Jungen Union teil.

Junge Fachkräfte gehen lieber in die Ballungsräume als aufs Land. Diesen Trend bekommt die Weinmann-Aach AG seit geraumer Zeit bereits zu spüren, sagte Vorstandsvorsitzender Fritz Weinmann. Dem Fachkräftemangel begegne man zwar durch verstärkte Ausbildung, aber geeignete Bewerber seien schwer zu finden. Vor allem im kaufmännischen Bereich machten sie sich rar. Derzeit zählt die Weinmann-Aach AG 15 Auszubildende.

Der Trend werde sich bis 2030 noch deutlich verstärken, verdeutlichte Fuchtel. Er machte auf die Möglichkeit aufmerksam, von der Ausbildungsbrücke ins südliche Europa zu profitieren. Dort herrsche eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, während hierzulande Unternehmen händeringend nach jungen Leuten suchten. Die Überwindung der Sprachbarrieren sei Garant für den Erfolg derartiger Ausbildungsbrücken. Deshalb stelle die Bundesregierung 21 Millionen Euro für Sprachkurse zur Verfügung, berichtete der Parlamentarische Staatssekretär. Fuchtel verwies auf das Modellprojekt Raumfabrik Wuppertal, in dem Lehrer ihre Schützlinge über die Schulzeit hinaus betreuen und Firmen den Jugendlichen die Praxis nahe bringen.

Der Bundestagsabgeordnete äußerte Respekt vor den Werten, die die Eigentümer immer gelebt hätten. Dazu gehöre die Standorttreue. Er wisse um die Wichtigkeit einer guten Verkehrsanbindung für den Mittelstand, so Fuchtel. Der Straßenbau im Kreis Freudenstadt werde Stück für Stück verbessert, wie man an der Großbaustelle Schopfloch sehen könne.

Weinmann hatte die schlechte Verknüpfung des Straßennetzes mit der Autobahn bemängelt, wobei es ihm letztendlich egal sei, wo und wie die Anbindung bei Horb erfolge. Wichtig sei, dass sie überhaupt komme.

Vor zwei Jahren haben sich die Eigentümer entschlossen, das Unternehmen in eine AG umzuwandeln. Die Aktien bleiben im Familienbesitz. Geplant ist, alle drei Betriebe zentral am neuen Firmenstandort anzusiedeln, um die Abläufe besser koordinieren zu können. Der Vollsortimenter für Stahl, Edelstahl und Aluminium beschäftigt 200 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb und in seinen Verkaufsbüros. Über 30 Fahrzeuge bringen die Ware zu den Kunden, die auch im Elsass zu finden sind. Durch seine Vielfalt ließ sich das Unternehmen besser durch die Krise manövrieren als mancher Mitbewerber, erklärte Weinmann.

Richtig sei gewesen, so Fuchtel, dass das Unternehmen während der Kurzarbeitsphasen die Konjunkturprogramme der Bundesregierung genutzt habe, um den Mitarbeiterstamm weiterzubilden. Das zahle sich auf jeden Fall aus.

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