28.11.2012

MdB kommt nicht nur vor Wahlen

Fuchtel diskutiert mit Kommunalpolitikern über typisches Problem des ländlichen Raums / Auf Suche nach Ärzten

MdB kommt nicht nur vor WahlenWalnüsse als Gehirnnahrung für den Staatssekretär: An der Diskussionsrunde im Empfinger Rathaus wirkten mit (von links): Elmar Schmitt, Peter Schäfer, der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, Gabriele Reich, Xaver Kleindienst, Bürgermeister Albert Schindler und Albert Reich.

Empfingen. Eigentlich, sagte Bürgermeister Albert Schindler dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, ist die Welt in Empfingen noch in Ordnung. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, Arbeits- und Bauplätze, „das gut geölte Scharnier der Dorfgemeinschaft“ funktioniert, und die Vereine sind ein ideales Bindeglied zu den Menschen mit Migrationshintergrund. Dennoch macht sich der Rathauschef Sorgen um die Nahversorgung. Denn seit längerem sucht die Gemeinde mit den zwei Ärzten nach Nachfolgern, um die bisherige Versorgung längerfristig zu sichern. Ausdrücklich bedankte sich Albert Schindler, dass „dieser Abgeordnete nicht nur vor Wahlen kommt.“

Ein typisches Problem des ländlichen Raumes hat auch die Kommune im äußersten Zipfel des Nordschwarzwalds erreicht, obwohl Empfingen über die Autobahn hervorragend an den überörtlichen Verkehr angebunden ist. Der Bürgermeister denkt sogar über ein Ärztehaus für seine Gemeinde nach. „Unser Bestreben muss die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung sein“, sagte Schindler dem Parlamentarischen Staatssekretär, der sich regelmäßig mit Kommunalpolitikern in Empfingen trifft.

Seit 2010 ist Fuchtel nun zum dritten Mal in der 4000-Einwohner-Gemeinde mit ihnen im Dialog. „Das zeichnet dich eben aus“, verfällt der  Rathauschef auch öffentlich ins vertraute Du, „du kümmerst dich wirklich um uns, das nehmen nicht alle so ernst. Danke für das stets offene Ohr. Du kommst nicht nur vor Wahlen“ Der Bundestagsabgeordnete seinerseits dankte für den „amtlichen Nachweis, dass ich nicht nur vor Wahlen komme“.

Zur Ärzteproblematik berichtete Fuchtel von seinen Beobachtungen: Dort, wo man Bedürfnisse der heutigen Ärztegeneration aufgreife, klappe es mit der Nachfolge besser. Der Frauenanteil unter den jungen Medizinern sei stark gewachsen und es gehe um mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Da seien lange Arbeitszeiten und Nachtschichten Hemmschuhe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Ärztehaus sei diesbezüglich immer eine gute Idee. rentiere sich in der Regel jedoch erst mit mehr als zwei Medizinern, machte Fuchtel deutlich. Er riet auch, bei ehemaligen Empfingern mit Medizinausbildung anzuklopfen. Außerdem werde er bei der Partnerregion Kreta deswegen vorsprechen. Es müsse gelingen, denn wenn erst einmal die Arztpraxen schließen, werde es auch für die örtliche Apotheke schwieriger.

Lichtblicke gibt es bei der Nordumfahrung; berichtete Schindler. Diese stehe endlich im Maßnahmenplan zum Generalverkehrsplan des Landes, woraus sich die Chance auf eine Realisierung in den nächsten zehn Jahren errechnen lasse. Postwendend gratulierte Fuchtel, dass Albert Schindler das während seiner Amtszeit noch erleben dürfe.

[Druckversion]