19.12.2012

Bestand der Berufsschulen sichern

Fuchtel: Chance für jungen Fachkräftenachwuchs aus EU-Staaten / Neues Sonderprogramm startet 2013 / Win-win-Situation für alle: Handwerk, Gastgewerbe und Mittelstand profitieren

Calw / Freudenstadt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales startet im Januar 2013 gemeinsam mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit ein Sonderprogramm, das ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus EU-Staaten eine berufliche Perspektive in Deutschland bieten soll. „Das ist nicht nur eine Chance für die jungen Leute, sondern auch für den Nordschwarzwald, um vakante Ausbildungsstellen zu besetzen und den Bestand der Berufsschulen zu sichern“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Das betonte der Bundestagsabgeordnete auch gegenüber den Spitzenvertretern des baden-württembergischen Handwerks. Es sei außerdem eine Unterstützung für das Gastgewerbe. Die duale Ausbildung sei ein zentrales Element für die gute Fachkräfteausbildung und damit Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg in der globalen Welt. Die mühsam auch im ländlichen Raum aufgebaute Struktur drohe angesichts des Rückgangs der Schülerzahlen zu verschwinden. Dem müsse unbedingt entgegen gewirkt werden. Oftmals könnte durch zwei oder drei zusätzliche Schülerinnen und Schüler die Klasse erhalten bleiben. Solche Schüler könnten von dort kommen, wo hohe Jugendarbeitslosigkeit herrsche. Das sei eine „Win-win-Situation für alle“.

Das Programm gliedere sich in zwei Phasen: Zunächst werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrem Herkunftsland in Orientierungs- und Sprachkursen auf eine Ausbildung bzw. Tätigkeit in Deutschland vorbereitet. In einem zweiten Schritt werden sie auf entsprechende freie Plätze vermittelt. Um die Sprachbarriere dauerhaft zu überwinden, können die jungen Leute auch nach der Vermittlung weiterhin Sprachkurse besuchen. Für das auf zwei Jahre ausgelegte Programm stehen beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales bis zu 40 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Fuchtel weist darauf hin, dass heute schon jedes Jahr Zehntausende Ausbildungsplätze in Deutschland nicht besetzt werden können, darunter auch Ausbildungsplätze im Nordschwarzwald. Gleichzeitig hätten im Süden Europas viele junge Menschen trotz guter Abschlüsse in ihrer Region keine Chance. „Wir können beide Probleme angehen“, zitiert Hans-Joachim Fuchtel Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. So könne man sich in Solidarität üben und den jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten, sagt auch ihr Parlamentarischer Staatssekretär. Zugleich könne man hierzulande dem Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegenwirken. Da die Sprachbarriere das größte Hindernis auf dem europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sei, werde es jetzt beiseite geräumt.

Um den Fachkräftebedarf für den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu sichern, haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Fachkräfte-Offensive gestartet.

Weitere Informationen auch unter: www.fachkraefte-offensive.de

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