06.03.2013

Früherkennung durch Aufklärung

DRV-Präsident Dr. Rische bei HOMAG / Dank an Fuchtel für Einsatz bei Straßenbau / Hausmesse als Tourismusfaktor

Früherkennung durch AufklärungRentenchef aus Berlin bei HOMAG in Schopfloch (von links): Geschäftsführer Herbert Högemann führt den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und den DRV-Präsidenten Dr. Herbert Rische durch die Produktion.

Schopfloch. Es sind zwar nur Einzelfälle bei HOMAG, doch die Führungsetage nimmt diese Form von Belastungen ernst: Während die körperliche Beanspruchung am Arbeitsplatz abnimmt, steigt die psychische an, sagt Herbert Högemann, Geschäftsführer für Produktion, Materialwirtschaft und Qualitätswesen. Ihm sitzt der Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV) aus Berlin gegenüber. Dr. Herbert Rische fragt nach den aktuellen Entwicklungen. Er will zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vor Ort Erkundungen einholen.

Bei der Schopflocher Ortsumfahrung hat Högemann auf Anhieb die Handschrift des Staatssekretärs erkannt. Darum begrüßt er ihn beim Weltmarktführer für Holzbearbeitungsmaschinen in Schopfloch mit den Worten: „Herr Fuchtel, bitte machen Sie auch noch den Rest der B 28 Richtung Horb fertig!“

Rentenchef Rische treibt bei seinem Besuch im Nordschwarzwald die Frage um, welche Möglichkeiten der Mittelstand für seine Belegschaften sieht, sich fit für den Arbeitsalltag bis 67 Jahre zu machen. Högemann hat dafür sein persönliches Fitnessprogramm: Jeden Tag legt er mindestens einen Kilometer zu Fuß im Betrieb zurück. Denn 500 Meter lang ist die neue Produktionshalle, durch die er morgens wie abends marschiert und auch den Besuch aus Berlin führt.

Fit für die Zukunft macht sich seine Truppe durch Weiterbildung. Dazu gehören neben der Vermittlung von Fachwissen und Sozialkompetenz Sportangebote, Autogenes Training und Suchtprävention. In Workshops werden ergonomisch optimale Arbeitsplätze erarbeitet. Von der Verfügbarkeit rund um die Uhr hält der Geschäftsführer indes wenig: „Es kann auch belastend sein, wenn man immer erreichbar ist.“  

Wer im Mittelstand die demografische Entwicklung rechtzeitig in den Fokus rückt, hat mehr Chancen im Wettbewerb, sagt Fuchtel. Sie werde Auswirkungen bis in die Berufsschulen haben, wenn ihr nichts entgegen gesetzt werde. Der Bewusstseinswandel für Auszubildende und Fachkräfte aus dem Ausland sollte allerdings stärker gefördert werden, betont auch Högemann, dazu werde HOMAG gerne einen Beitrag leisten. Derzeit liegt die Ausbildungsquote bei HOMAG in Schopfloch bei über zehn Prozent, während der Durchschnitt vier Prozent beträgt. Um den Standort weiter voranzubringen, sei man bei Bedarf auch für Fachkräfte und Auszubildende aus dem Ausland offen. Man kommt überein, zu dem Themenkomplex ein Forum zu schaffen.

HOMAG werde sich auch in ein Tourismuskonzept einbinden lassen, sagt Högemann zu. Die HOMAG-Hausmesse, immerhin die zweitgrößte Messe der Branche, könnte dafür genutzt werden. Die große Zahl der Besucher lohne einen Versuch.

Eine Revolution erwartet der Geschäftsführer auf der Datenautobahn. Heute schon arbeiten HOMAG-Ingenieure an verschiedenen Standorten weltweit am gleichen Projekt. Künftig seien alle Maschinen für Wartungszwecke international vernetzt. Erst unlängst habe HOMAG einen Datenpool für einen Kunden in Wladiwostok eingerichtet.

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