07.03.2013

Trauer um Kamele sehr groß

Fuchtel bei Wilhelm Breitling / Beileidsbekundungen aus der ganzen Welt / Abschiedsfeier am Samstag, 13. April

Trauer um Kamele sehr großSprachen über die Situation nach der Katastrophe: Kamelbauer Wilhelm Breitling (links) und der Ehrenpräsident Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel MdB.

Ebhausen-Rotfelden. Die Trauer um die Kamele ist sehr groß. Dies berichtete Wilhelm Breitling dem Ehrenpräsident des Kamelvereins Fatamorgana, Hans-Joachim Fuchtel MdB, bei dessen zweiten Besuch im Hause Breitling nach dem schrecklichen Ereignis. Deshalb wird auf dem Gelände des Kamelhofs am Samstag, 13. April, um 14.30 Uhr  eine Abschiedsfeier stattfinden.

Der Schock sitzt noch tief bei Wilhelm Breitling, der den Kamelhof gemeinsam mit seiner Frau aufgebaut hat. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel traf sich mit dem Kamelbauer, um die Gesamtsituation zu besprechen. Fuchtel ist auch Ehrenpräsident des Kamelvereins.

3,5 Hektar umfasste das Gelände vor dem verheerenden Feuer, bei dem nach dem abschließenden Stand 86 Dromedare und Trampeltiere sowie ein Lama getötet wurden. Fuchtel war von Anfang an in der Kamel-Bewegung dabei. Wilhelm Breitling hatte den Abgeordneten damals noch zu Bonner Zeiten losgeschickt, um bei der Botschaft der Vereinigten Emirate nach einem „anständigen Kameldoktor“ Ausschau zu halten. Denn es stand die erste Geburt eines Kamels in Rotfelden bevor. Fuchtel kehrte mit einer Einladung des Sheikh Mactoom von Dubai zurück: So kam es dann zum Aufbau von Kontakten in die arabische Welt.

Der Kamelhof habe große Zeiten erlebt, etwa 1997 das Kamelrennen in Berlin auf Bitte von Helmut Kohl. Dies alles ist leider Vergangenheit, resümierte Wilhelm Breitling. Er könne aus Altersgründen nicht aus eigener Kraft nochmals so etwas aufbauen. Jetzt kümmere er sich noch um die Wundversorgung der Tiere, die die Katastrophe überlebt haben.

Aus der Bevölkerung kam der Wunsch, sich von den getöteten Tieren verabschieden zu können, berichtete Breitling dem Bundestagsabgeordneten. Dafür werde er sich selbstverständlich engagieren und er bedanke sich bereits jetzt für „all das Mitgefühl und den menschlichen Beistand“, der ihm und seiner Frau in ganz ungewöhnlich großer Weise zuteil geworden sei. Das habe geholfen, die Schmerzen um die verlorenen Tiere etwas leichter ertragen zu können. Schließlich habe er zu allen Tieren ein persönliches Verhältnis gehabt und jedes Tier seine eigene Geschichte.

Kamelexperten aus aller Welt hatten bei Kamelzüchter Wilhelm Breitling um Rat gefragt. Sogar renommierte Züchter und Ärzte aus arabischen Ländern hatten in Rotfelden angeklopft. Jetzt seien aus der ganzen Welt Beileidsbezeugungen eingetroffen. Auch dies helfe in dieser schweren Zeit, sagte Wilhelm Breitling.

Die Abschiedsfeier werde auf dem Gelände des Kamelhofs stattfinden. Erfreulicherweise, so Wilhelm Breitling abschließend, haben sowohl die evangelische und die katholische Kirche als auch die Liebenzeller Mission ihre Mitwirkung zugesagt.

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