18.03.2013

Auftakt mit Spitzenbeteiligung

Komfortable Ausgangslage / Wahlkampfseminar der CDU / Letztes Mal 26,2 Prozent Vorsprung / Keine wilde Plakatierung akzeptieren

Auftakt mit SpitzenbeteiligungAuftakt nach Maß: Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum Wahlkampfseminar der CDU-Kreisversände Calw und Freudenstadt mit dem Bundestagskandidaten Hans-Joachim Fuchtel (Mitte) ins Hotel Sonnenbühl nach Wart gekommen.

Calw / Freudenstadt. Bei seiner achten Kandidatur zum Deutschen Bundestag verzeichnet der CDU-Politiker Hans-Joachim Fuchtel schon beim Auftakt eine Spitzenbeteiligung: Mit über 90 Teilnehmern war das Wahlkampfseminar der CDU-Kreisverbände Calw und Freudenstadt in Wart bestens besucht. Der ehemalige Kommunalpolitiker Heinz Tiedke, der von Anfang an bei allen Fuchtel-Wahlkämpfen dabei war, sprach für viele: „So gut war es noch nie!“

Als Keynote-Sprecher stand Ralf Güldenzopf, im Hauptberuf Abteilungsleiter für politische Kommunikation bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, aus „persönlicher Sympathie zu diesem in Berlin als außergewöhnlichen Macher-Typ“ eingeschätzten Politiker zur Verfügung. Die rege Beteiligung zeigt, dass die Basis geschlossen hinter ihrem Kandidaten steht, darunter viele Kommunalpolitiker bis hin zu Rathauschefs. Die besonders ideenreiche Vorbereitung von Wahlkämpfen im Wahlkreis Calw/Freudenstadt führte sogar Vertreter anderer Wahlkampfteams sowie den Kandidaten für Freiburg, Matern von Marschall, zur zweitägigen Veranstaltung nach Wart.

Dass die CDU im Nordschwarzwald auf die Kompetenz und das Engagement ihrer Mitglieder vor Ort setzt, betonten die Kreisvereinsvorsitzenden Thomas Blenke (Calw) und Gabi Reich (Freudenstadt). Sie überraschte den „Power-Mann“ Fuchtel mit 61 bunten Ostereiern und zwei Eulen mit Blick auf sein Alter und seine Zusatzaufgabe als Griechenland-Beauftragter der Bundesregierung.

„Das Spiel hat sich geändert, aber die Ausgangslage der Union auf Bundesebene ist komfortabel“, betonte Güldenzopf, der auf privater Basis zur Verfügung stand. „Ich finde das ganz toll, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Direktor Herbert Reinelt die ansehnliche CDU-Basis im Hotel Sonnenbühl.

Geringere Wahlbeteiligungen, weniger langfristige Bindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen seien große Herausforderungen an eine Volkspartei, betonte Güldenzopf. Sollte die SPD ihren Spitzenkandidaten nicht austauschen, sei dieser aus Sicht des Wählervolks kein ernsthafter Grund, die Sozialdemokraten zu wählen. Die CDU sollte im Übrigen an sich denken, riet der Kommunikationsstratege. Eine starke Union mache es den anderen Parteien äußerst schwer, gegen sie zu regieren. Die hohe Anerkennung der Leistung von Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble ergebe ein „starkes personelles Prä“ für die CDU.

Fuchtel erfülle als Kandidat „außerordentlich viele Kriterien, die für die Wahl eines Politikers wichtig sind“. Er gelte auch in der Berliner Szene als umtriebiges Original, das als Parlamentarischer Staatssekretär viel bewege und sich bei Fachleuten hohe Anerkennung erarbeitet habe.

Inhaltlich habe die jetzige Koalition die aktuellen Herausforderungen gemeistert und „viele Profilierungsmöglichkeiten der Konkurrenz abgeräumt“, so dass es nun darum gehe, sich nicht abdrängen zu lassen. Die Möglichkeit des kreisübergreifenden Gesprächs wurde bis spätabends intensiv genutzt.

Am zweiten Seminartag diskutierten die Teilnehmer lebhaft über aktuelle Themen. Dabei zeichnete sich eine gute Stimmung unter den Wahlhelfern ab. Einig war man sich, dass sich die CDU an die Vorschriften halten wolle und wildes Plakatieren verurteile. Das erwarte man, auch im Hinblick auf die Bedeutung der Region für den Tourismus, ebenso von politischen Mitbewerbern. 

In Fuchtels Augen ist es wichtig, dass die CDU Kurs hält und immer wieder knallhart nachfragt: „Wie ernst verneinen Rot und Grün die Frage nach einer Unterstützung durch die Partei Die Linke bei der Kanzlerwahl?“ Die Nachfolger der PDS, deren Vorgänger die SED war, dürften auf keinen Fall das Zünglein an der Waage spielen, um womöglich mit ihren ideologischen Vorstellungen auf den Kurs Deutschlands Einfluss zu bekommen. Nach den Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen sei die Frage aktueller denn je.

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