10.05.2013

Bessere Chancen für Schwerbehinderte

Fuchtel: Arbeitsministerium und IHK starten Kooperation im Nordschwarzwald / Duale Ausbildung als Schwerpunkt

Nagold / Calw / Freudenstadt. Schwerbehinderte Menschen im Kammerbezirk der IHK Nordschwarzwald sollen bessere Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhalten. Dafür startet die Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) das Kooperationsprojekt „KOPI“. Es wird mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben finanziert, teilt der im BMAS zuständige Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel mit.

„Dabei freut mich ganz besonders, dass ein Schwerpunktthema der IHK-Aktivitäten die duale Ausbildung schwerbehinderter junger Menschen ist“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete, „es ist ein Mosaikstein im Sinne von Beschleunigung von Inklusion gemäß der Konvention der Vereinten Nationen.“ Die Fäden für das Projekt, das mit 100.000 Euro bezuschusst wird, laufen vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Mai 2015 in Nagold zusammen. Das Projektbüro zur Implementierung von Inklusionskompetenz wird im IHK-Weiterbildungszentrum auf dem Wolfsberg angesiedelt.

Die IHK strebt von Nagold aus eine enge Kooperation mit dem Integrationsamt, den Integrationsfachdiensten sowie der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten GmbH als Einrichtung der Behindertenhilfe an. Dabei möchte die Kammer von den Erfahrungen dieser Stellen profitieren und Synergieeffekte nutzen.

Das Projektbüro berät als zentrale Anlaufstelle über Möglichkeiten der dualen Ausbildung schwerbehinderter Jugendlicher und unterstützt die IHK-Mitgliedsunternehmen, wenn es um die Teilhabe am Arbeitsleben geht. In Informationsveranstaltungen und durch gezielte Fortbildungsangebote soll die Informationslage zum Thema Inklusion in den Betrieben verbessert werden. Die Gespräche über die Ausbildungsfähigkeit schwerbehinderter Menschen, Kompetenzanalysen für potenzielle Bewerber und die Übernahme eines Fördermittelmanagements sollen Unternehmen darüber hinaus motivieren, sich verstärkt dieses Personenkreises anzunehmen. Mit Bildungspatenschaften, praktischen Intensivtrainings und Inklusionscoachings möchte man die Ausbildungs- und Beschäftigungsbereitschaft in den Firmen zusätzlich erhöhen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IHK-Bildungsbereiches werden spezielle Schulungen zum Thema Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen angeboten, damit die Beratungs- und Betreuungsarbeit auch nach Projektende weitergeführt werden kann. Regelmäßige Veranstaltungen und Aktivitäten sollen auch nach dem 31. Mai 2015 angeboten werden.

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