27.06.2013

Baden-Württemberg soll an Hilfsprogramm teilnehmen

Auch Mühringen sollte von Fördermitteln profitieren können / Aufforderung an Ministerpräsident Kretschmann

Horb / Freudenstadt / Calw / Pforzheim. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann aufgefordert, Baden-Württemberg vom Fluthilfe-Programm der Bundesregierung profitieren zu lassen. Vor allem der Horber Stadtteil Mühringen, aber auch Pforzheim und der Enzkreis sind im Nordschwarzwald vom Hochwasser betroffen.

Die Regierungskoalition hat mit einem Kabinettsbeschluss bereits am Montag die Weichen für den Acht-Milliarden-Fluthilfefonds zur Beseitigung der Hochwasserschäden gestellt. Diese Woche votierten die Berliner Gremien mit großer Mehrheit für die sofortige Unterstützung der Menschen in den Katastrophengebieten. Nach den Regularien werden allerdings nur diejenigen Bundesländer erfasst, die sich zum „Flutland“ erklären.

Um den Belangen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger in seinem Wahlkreis Rechnung zu tragen, erlaube er sich, ihn aufzufordern, für eine Teilnahme Baden-Württembergs zu sorgen, wendet sich Fuchtel in einem Brief an Kretschmann. „Insbesondere bitte ich darauf zu achten, dass im Rahmen der noch zu bearbeitenden Rechtsverordnung dafür Sorge getragen wird, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden“, so der Abgeordnete.

Ortsvorsteherin Monika Fuhl schätzt auf Nachfrage von Hans-Joachim Fuchtel  die Schadenshöhe, die Anfang Juni in Mühringen entstanden ist, vorsichtig „Richtung 800.000 Euro“. „Wir lassen die Schäden derzeit genauestens prüfen“, so die Rathauschefin, detailliert werde man diese in den nächsten Wochen beziffern können. Allerdings hätten die Eigentümer eines Wohnhauses einen Totalschaden zu vermelden, ein weiteres Haus habe im Untergeschoss unter Wasser gestanden und zwei Autowerkstätten „hat’s richtig übel erwischt.“ Mehrere Fahrzeuge habe man leider nicht mehr retten können.

Seit dem Hochwasser steht auch das privat betriebene Wasserkraftwerk im Ort still. Die Bahnstrecke sei unterspült worden, berichtet Monika Fuhl weiter, die Trafostation der EnBW betroffen. In Mühringen seien mehrere Heizungen ausgefallen, Elektrogeräte, ganze Küchenzeilen und Mobiliar unbrauchbar. „Vor allem die älteren Menschen sind mit dieser Situation ziemlich überfordert“, sagte Fuhl.

„Natürlich haben auch unsere Landwirte einen enormen Schaden“, so die Ortsvorsteherin. Die Heuernte und eine größere Getreidefläche seien vernichtet worden. Jetzt sei es an der Stadt Horb, bald einen Antrag beim Land zu stellen, damit die Schäden reguliert werden können.

Nichtsdestotrotz erlebe Mühringen eine Welle der Hilfsbereitschaft. „Bei uns haben sich mehrere Menschen gemeldet, die helfen wollen“, freut sich die Ortsvorsteherin. So sei der Erlös aus einer Altkleidersammlung in Sulz eigens für die Hochwasseropfer in Mühringen gedacht.

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