01.08.2013

Ideale Ausbildungsbotschafter

Griechenlands Ärztepräsident vor Ort / Zwischenzeitlich vier junge Ärztinnen und Ärzte aus Griechenland im Krankenhaus / Fuchtel: Fachkräftesuche auf Augenhöhe

Ideale AusbildungsbotschafterIm Dialog mit deutschen und griechischen Ärzten: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Mitte), links von ihm Peter Mast, Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH und rechts von ihm Dr. Georgios Patoulis, Präsident der griechischen Ärzteschaft aus Athen.

Freudenstadt. Vier junge Ärztinnen und Ärzte sind mittlerweile erfolgreich am Freudenstädter Krankenhaus tätig – dieser Tage machte sich der Präsident der griechischen Ärzteschaft, Dr. Georgios Patoulis, auf Einladung von Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel selbst ein Bild, wie der Ärzteeinsatz aus Griechenland vor Ort tatsächlich funktioniert.

Man nehme einen sehr guten Eindruck mit nachhause, sagte Patoulis. "Ihr Krankenhaus erinnert mich an das Niveau unserer Privatkliniken", wandte sich der Ärztepräsident an Peter Mast, Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH, "hier wird sehr kompetent, ruhig und strukturiert gearbeitet." Besonders sei ihm die Hygiene im ganzen Haus aufgefallen. Die vier jungen griechischen Kolleginnen und  Kollegen, die bereits in Freudenstadt ihren Dienst leisteten, seien nicht nur gut aufgehoben, sondern menschlich wie beruflich bestens integriert. "Das werden wir gerne an die entsprechenden Stellen weitergeben."

Denn warum sollte man den Ärzteüberschuss in Griechenland nicht dazu nutzen, den Ärztemangel in Deutschland zu lindern? Für Hans-Joachim Fuchtel bedeutet dies, den Griechen auch die Möglichkeiten der beruflichen Betätigung in Krankenhäusern, besonders im ländlichen Raum, aufzuzeigen. Dazu sollen bereits aufgebaute kommunale Partnerschaften genutzt werden.

Die Suche nach griechischen Ärzten für deutsche Praxen und Krankenhäuser soll „auf Augenhöhe“ weiterlaufen, betonte Fuchtel. Die jungen Griechen, die bereit seien, in Deutschland zu arbeiten, müssten vor Ort ein „Willkommen-sein“ spüren. Es sei gut, dass eine Partnerschaft auf regionaler Ebene zwischen dem Nordschwarzwald und Kreta schon etabliert sei. Diese müsse jetzt als Basis für den Fachkräfteaustausch genutzt werden.

Bei den Fachgesprächen habe sich immer wieder herauskristallisiert, dass deutsche Sprachkenntnisse neben der Qualifikation die wichtigste Voraussetzung dafür sei, dass Fachkräfte aus Südeuropa hierzulande Fuß fassen. Deshalb gebe es zwischenzeitlich ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Die griechische Ärztedelegation mit Dr. Georgios Patoulis, Sotiros Rigakis, dem Ehrenpräsidenten der Ärztekammer Athen, und Dr. Eleni Doulianaki von der Athener Klinik für Soziale Mission, nutzen die Gelegenheit, sich über Arbeitsumfelder, Infrakstruktur und Freizeitmöglichkeiten detailliert zu informieren. "Sie haben erfahren, wie gut es sich bei uns leben lässt", sagte Fuchtel, "und sie haben erlebt, wie junge griechische Fachleute bei uns mit offenen Armen empfangen werden." Die jungen Griechen, die bereits seit geraumer Zeit im Kreiskrankenhaus Freudenstadt ihren Dienst versehen, hat Fuchtel dafür bereits zu "idealen Ausbildungsbotschaftern" ihres Landes berufen. Den Einsatz in dieser Funktion wolle man als nächsten auf den Weg bringen, sagte Fuchtel abschließend.

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