02.08.2013

Fuchtel: Bürgerwille achten!

Eindeutige Worte: Nationalpark passt nicht in Nordschwarzwald / Der Politiker: Zu viel steht auf dem Spiel / Ehrung für 25 Jahre bei Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Fuchtel: Bürgerwille achten!Die Ehrenurkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bekam in Altensteig-Berneck Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vom Kreisvorsitzenden Dietmar Greif überreicht. Fuchtel fand dabei auch deutliche Worte zum Nationalpark.

Altensteig-Berneck / Calw / Freudenstadt. Für seine Verdienste um den deutschen Wald ist der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald geehrt worden. Der Vorsitzende des Calwer Kreisverbands, Dietmar Greif, überreichte dem CDU-Bundestagsabgeordneten in Altensteig-Berneck die Ehrenurkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft. Fuchtel nahm bei dieser Gelegenheit erneut zum Nationalpark Stellung und forderte, den Bürgerwillen zu achten. Es stehe zu viel vor Ort auf dem Spiel.

Dass er mit seinen vielfältigen Verpflichtungen in der ganzen Republik persönlich zu einem relativ kleinen Verein komme, um seine Ehrung entgegenzunehmen, sei ein Zeichen für die Bodenständigkeit und die Verwurzelung des Politikers in seinem Wahlkreis Calw/Freudenstadt, sagte Vorsitzender Dietmar Greif. Im Rahmen der jährlichen Exkursionen hatte man sich im "Rössle" in Altensteig-Berneck eingefunden, um die Arbeit von Hans-Joachim Fuchtel auf dem Gebiet der Waldwirtschaft zu würdigen, für die Treue über 25 Jahre zu danken und dem prominenten Mitglied zur Auszeichnung zu gratulierten.

Fuchtel wies darauf hin, dass der Nordschwarzwald zu den waldreichsten Gebieten Deutschlands gehöre und er deswegen von jeher immer ein besonderes Auge auf die Waldwirtschaft samt Sägewirtschaft habe. Fuchtel: „Was hier über Generationen aufgebaut wurde, hat besonderen Wert und muss gesichert und erhalten werden“.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald nannte er eine „Lobby für die Natur“. Das Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder, die ihre Arbeit ohne großes Aufheben erledigten, sei „hoch verdienstvoll“. In Deutschland gebe es zwei Millionen Waldbesitzer; fast die Hälfte der Waldfläche sei in privater Hand. Der Wald werde als Wirtschaftsfaktor oft unterschätzt, betonte Fuchtel. Im strukturschwachen ländlichen Raum übernehme dieses "Naturwunder", das über Generationen gehegt und gepflegt worden sei, eine wichtige Funktion als Arbeitgeber. Immerhin gebe es 1,2 Millionen Beschäftigte in der Holz- und Forstwirtschaft.

Fuchtel forderte zum Thema Nationalpark, dass Grün-Rot „den Bürgerwillen vor Ort endlich akzeptieren soll“. Er rief in Erinnerung: „Erwin Teufel – das war ein bürgernaher Demokrat. Als sich die Stimmung vor Ort gegen einen Nationalpark abzeichnete, verfolgte er deswegen ein solches Projekt nicht weiter. Nichts anderes erwarte ich von den Grünen und den Roten, die sonst den Mund über Mitwirkungsrechte vor Ort so voll nehmen! Was erleben wir ansonsten an Aufschrei aus dieser Richtung! Der Nationalpark war vor der Landtagswahl kein besonderes Thema – sonst hätten viele anders gewählt!“ Nach seiner Auffassung säße Grün-Rot ansonsten nicht in der Regierung.

"Bei dieser Entscheidung handelt es sich um eine langfristige Festlegung, weswegen sie von der Region in besonderem Maße mitgetragen werden müsste“, verlangte Fuchtel. Und weiter: "Der Schwarzwald mit den aufgebauten naturnahen Strukturen ist zu schade für grüne Profilierungsvorhaben!“. Er prognostizierte: “Mag bei manchen im Augenblick die Euphorie vorherrschen, so kommt das bittere Ende in ein paar Jahren!“ Das Problem sei dann die nahezu ausgeschlossene Umkehr, weil es mehr als doppelt so lange dauern würde, bis man wieder auf dem jetzigen Niveau ankomme. Das müsse jeder wissen.

Der Bundestagsabgeordnete machte auch in der Sache kein Hehl aus seiner Meinung: „Nach sehr gründlicher Prüfung aller Gesichtspunkte, komme ich zu der Auffassung, dass der Nationalpark nicht in den Nordschwarzwald passt.“

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