20.08.2013

Altmaier am Nabel der Energietechnologie

Bundesumweltminister begeistert von Entwicklungen / 140 Fachleute am hellen Morgen in Nagold / Schnepf bei Energiekonzepten der Zukunft persönlich dabei / Auf Einladung von Staatssekretär Fuchtel

Altmaier am Nabel der EnergietechnologieKlaus Schnepf erklärt dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Bundesumweltminister Peter Altmaier die Funktion des unterirdischen Solar-Eis-Speichersystems.

Nagold. Für Klaus Schnepf war es ein ausgefallenes Geschenk, das der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel - allerdings unbewusst - zu dessen 65. Geburtstag eingefädelt hatte. Schließlich gratuliert der Bundesumweltminister einem Unternehmer nicht alle Tage persönlich zu einem solchen Fest, das der Pionier in Sachen Energiesysteme tags zuvor gefeiert hatte.

Doch damit nicht genug: Peter Altmaier servierte bei den Nagolder Energiegesprächen vor über 140 Fachleuten aus der  Wirtschaft spontan sogar noch einen Nachschlag. Er war von den Visionen und Taten des Unternehmers so angetan, dass er Klaus Schnepf spontan zu seiner exklusiven Berliner Gesprächsrunde einlud, die auf 15 Teilnehmer begrenzt sein wird. Nach der Wahl - dass die von Angela Merkel und der Union gewonnen wird, daran ließ er indes keinen Zweifel.

Doch eigentlich war der Bundesumweltminister am frühen Morgen vom Saarland auf den Wolfsberg gereist, um sich über das Energiekonzept der Zukunft zu informieren, mit dem die Planungsgruppe Schnepf weltweit für Aufmerksamkeit sorgt. Das unterirdische Solar-Eis-Speichersystem, mit dem das neue, repräsentative Firmengebäude geheizt und gekühlt wird, spiegelt die Energietechnik von morgen wider und macht es zu einer energieautarken Zentrale der Unternehmensgruppe. Eine Weltneuheit ist, betonte Schnepf, dass verschiedene Komponenten der regenerativen Energieversorgung zu einem Konzept vereint werden, um noch effizienter zu heizen und zu kühlen. Demnächst werde deshalb sogar eine Wirtschaftsdelegation aus Russland in Nagold erwartet.

Beeindruckt zeigte sich der Umweltminister auch, als sein Kabinettskollege Hans-Joachim Fuchtel den Werdegang des Unternehmens aufzeigte, das 1981 als Ein-Mann-Betrieb gegründet worden ist. "Das Gerede davon, was man alles tun könnte, ist die eine Seite", kommentierte Fuchtel, "was hier tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, die andere". Mit der Unternehmensgruppe Schnepf entwickle sich Nagold zum Nabel der Energietechnologie, sagte der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt. Und genau deshalb habe er mit Peter Altmaier den "homo politicus" schlechthin auf den Wolfsberg geführt.

 

Bundesminister Altmaier auf Einladung von Staatssekretär Fuchtel in NagoldHerzlicher Empfang für den Kabinettskollegen (von links): Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Unternehmer Klaus Schnepf und Bundesumweltminister Peter Altmaier in Nagold.


Mit Hans-Joachim Fuchtel verbinde ihn mehr als eine Freundschaft, betonte Altmaier. Der Mann aus dem Nordschwarzwald habe sich im Verlauf seiner politischen Karriere großen Respekt in Berlin erarbeitet und verantworte im Bundesarbeitsministerium den größten Einzelhaushalt der Regierung Merkel. "Er war immer ein Vorbild für mich und ist in Berlin unverzichtbar", so der Minister.

 

Die Energiewende sei komplexer als die Gesundheitsreform und betreffe 80 Millionen Verbraucher in Deutschland. Eine weltweit dynamisch wachsende Wirtschaft habe einen ungeheuren Rohstoff- und Energiebedarf, der sich zu einer der größten ökologischen Herausforderungen entwickle. Die Energiewende dürfe nicht nur aus dem Blickwinkel des Umweltschutzes gesehen werden, sondern müsse auch bezahlbar sein, damit der Strom nicht zum Luxusgut werde. "Die Energiewende ist nur dann erfolgreich, wenn Umweltschutz und Wohlstand konform gehen", ist sich Altmaier sicher, "und das macht man nicht mit links."

Dazu müsse man völlig neuen Technologien aufgeschlossen gegenüber stehen, wie die Erfinder des Automobils vor 100 Jahren. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Innovationen freie Bahn haben. Denn die Deutschen müssten Vorreiter in Sachen Energietechnik bleiben.

Der Bundesumweltminister trug sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt ein, das Oberbürgermeister Jürgen Großmann zu den Energiegesprächen mitgebracht hatte. Angesichts derartiger Visionäre in ihren Reihen, dokumentierte Altmaier in seinem Grußwort, sei es ihm nicht bange, dass sich Nagold im Zuge der Energiewende zu einem wichtigen Standort für zukunftsweisende Konzepte entwickle.

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