19.08.2013

Auf guter Basis weiterbauen

Neue Runde im Dialog mit Horber Kulturbrücke / Fuchtel erhält für Fachvortrag viel Zustimmung / Diesmal Integration am Arbeitsplatz / Starke Mitwirkungsbereitschaft durch Patenschaften

Auf guter Basis weiterbauenProppenvoll war der Besprechungsraum im Horber Rathaus beim Fachvortrag des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vor Mitgliedern der Horber Kulturbrücke und der Jungen Union aus dem Kreis Freudenstadt, die das Thema begleitet.

Horb. Der Dialog mit der Horber Kulturbrücke geht in eine neue Runde. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren diesmal gekommen, um den Fachvortrag des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu hören. Man war sich einig, dass das Horber Netzwerk eine gute Basis ist, um passgenaue Aufklärungsarbeit zu leisten und junge Leute mit Migrationshintergrund bei Bedarf auf ihrem Weg ins Berufsleben an die Hand zu nehmen.

Die Zahlen ließen alle aufhorchen: 16 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, also fast ein Fünftel der Bevölkerung. Dass dies in Horb ebenfalls ein Thema ist, zeigte das starke Interesse an der Veranstaltung „am hellen Nachmittag“, wie Fuchtel hinzufügte. Jede zehnte Erwerbsperson zwischen 15 und 64 Jahren hat ausländische Wurzeln. Die Arbeitslosigkeit dieser Gruppe sei mit 15,4 Prozent doppelt so hoch wie die von Deutschen. Fuchtel: “Seit die christlich-liberale Koalition im Amt ist, arbeiten wir mit neuen Konzepten an einer positiven Veränderung. Es ist eine besonders schwierige Aufgabe in der Arbeitsmarktpolitik“.

"Ziel ist", betonte der Staatssekretär, "jedem jungen Menschen eine maximale Entfaltungsmöglichkeit zu bieten." Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verfolge mit seinen Förderprogrammen strategische Ziele, schule die Akteure in den Arbeitsagenturen und Jobcentern interkulturell, poche auf die Umsetzung des neuen Anerkennungsgesetzes und verzahne gezielt verschiedene arbeitsmarktbezogene Förderangebote. Daraus seien bereits 16 regionale Netzwerke mit 240 Teilprojekten, 73 Erstanlaufstellen für Anerkennungssuchende, 2.200 Veranstaltungen, 23 Kooperationsvereinbarungen und viele weitere Aktivitäten entstanden. Es gelte, den berufsbezogenen Deutschunterricht zu fördern, denn mangelnde Sprachkenntnisse seien die größte Hemmschwelle. So seien auch unter den bis 35-jährigen ohne Berufsausbildung viele Menschen mit Migrationshintergrund. Für diese Zielgruppe werde in den nächsten Jahren viel getan, sagte Fuchtel zu.

Nicht zuletzt verlange die demographische Entwicklung danach, alle inländischen Potenziale zu nutzen. „Hier werden wir noch Erhebliches bewirken können, wenn alle Akteure in die gleiche Richtung ziehen“, sagte Fuchtel. Wichtig sei, dass diejenigen mit Unterstützungsbedarf jetzt „besser an die Hand genommen“ werden. Die starke Reduzierung der Arbeitslosigkeit schaffe endlich den Spielrahmen für neue Initiativen. Gefragt sei auch die Mitwirkung derjenigen, die auf einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt zurückblicken. Diese müssten ihre Erfahrungen einbringen.

Der Appell wurde von der Horber Kulturbrücke unmittelbar aufgenommen. Türkisch-stämmige Teilnehmer meldeten sich mit der Bereitschaft, junge Arbeitslose und Ausbildungssuchende aus ihrem Kulturkreis zu beraten und bei Bewerbungsgesprächen zu begleiten. Hans-Joachim Fuchtel wird daher die Initiative ergreifen und die Interessenten mit der Agentur für Arbeit noch besser zusammenbringen, damit sie Tipps erhalten. Der CDU-Politiker zeigte sich begeistert: “Man sieht: Die Kulturbrücke wirkt. Mit solch praktischen Schritten werden wir die Probleme gemeinsam lösen!“

Das war bei weitem nicht das einzige Ergebnis: Gerne stellte Fuchtel sein in langen Jahren erarbeitetes Wissen bei einem anderen wichtigen Aktionsfeld zur Verfügung: Dialogszenarien zu schaffen als Basis für neue Schritte. So sollen die politischen Stiftungen der Parteien einbezogen werden. Fuchtel: “Alle werden um Mitarbeit gebeten, denn letztlich haben wir das gleiche Interesse."

Er kündigte an, mit gleichem Engagement fortzufahren: "Wir werden zeigen, dass mehr geht, als viele glauben. Die Horber Kulturbrücke hat die Tür aufgeschlossen, und jetzt müssen wir ideenreich durchgehen im Interesse aller. Denn wir wollen eine Gesellschaft des Miteinanders, in der durch soziale Mobilität jeder verbesserte Chancen zur Entfaltung seiner Fähigkeiten erhält.“

[Druckversion]