12.09.2013

Nachwuchs bildet Wöhr selber aus

Fachkräftemangel noch kein Thema / Fuchtel besucht erfolgreiches Unternehmen / Geschäftsleitung drängt auf schnelles Internet / Kooperation mit Enztalgymnasium läuft gut

Nachwuchs bildet Wöhr selber aus Die Firma Wöhr in Höfen, einem Randbereich des Wahlkreises Calw/Freudenstadt erhielt Besuch vom Parlamentarischen Staatssekretär und CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel. Unser Foto zeigt (von links): Gökhan Akman, Stefan Wöhr, Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeister Holger Buchelt, Firmengründer Richard Wöhr und Kreisrat Jochen Borg.

 

Höfen . Bei der Suche nach geeignetem Berufsnachwuchs geht die Höfener Unternehmerfamilie Wöhr schon immer auf Nummer sicher: "Wenn man die jungen Leute selber ausbildet, dann bleiben sie in der Regel auch", sagt Geschäftsführer Stefan Wöhr dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Noch kennt man in Höfen wegen der langjährigen, fundierten Ausbildung keinen Fachkräftemangel.

Allerdings werde die Berufsausbildung im technischen Bereich immer schwieriger, erläuterte der Unternehmer dem CDU-Bundestagsabgeordneten. Es sei eigentlich jammerschade, dass viele junge Menschen wegen eines falschen Klischees ihre Talente nicht mehr entfalten könnten. Das Image der technischen Berufe werde "oft schon im Elternhaus zerredet“, ist Wöhr überzeugt, „also fehlen vielerorts bereits Mechaniker“. Wöhr bildet aktuell zehn junge Leute aus und stellt auch einen dualen Studienplatz zur Verfügung. Eine Kooperation mit dem Enztal-Gymnasium hat sich bestens bewährt.

Weit mehr Sorgen macht dem Unternehmer allerdings der fehlende Ingenieurnachwuchs im ländlichen Raum. Junge Ingenieure legten Wert auf Freizeitangebote, Bahnanschluss und schnelles Internet. Letzteres vermisst Wöhr in Höfen auch für sein Unternehmen: Der Breitbandanschluss sei überhaupt nicht mehr zeitgemäß, woran Videokonferenzen meistens scheitern würden. Ein Unding, wenn man als Unternehmen global agieren müsse.

"Der Internetanschluss ist das A und O für Unternehmen und wichtig bis in jede Familie", pflichtete ihm der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel bei. Einer ganzen Reihe von Kommunen in seinem Wahlkreis habe er mit den zwei großen Breitband-Konferenzen in Haiterbach  jeweils helfen können, weil sich die Anbieter daraufhin bewegt hätten. Nun sei es tatsächlich an der Zeit, nach der Wahl eine weitere Konferenz für jene Gemeinden zu initiieren, wo es noch nicht so positiv laufe.  

"Mir gefällt an Ihnen besonders, dass Sie immer mit Ideen am politischen Markt aktiv sind", lobte Stefan Wöhr den Einsatz des CDU-Politikers für seinen Wahlkreis, woraufhin Fuchtel das Lob prompt zurückgab: Schließlich komme nicht von ungefähr, dass sowohl die Richard Wöhr GmbH als auch die KM Gehäusetech GmbH & Co KG sehr gut dastünden und grundsätzlich ohne Kurzarbeit auskämen. Aktuell habe Familie Wöhr hohe Investitionen für eine Expansion mit zukunftsorientierten Techniken im Werk 2 in Calmbach getätigt. Hier werden unter anderem moderne Touchscreen-Lösungen als Neuentwicklung für die Medizintechnik und andere Industriezweige produziert, wodurch man sich auch gegenüber dem asisatischen Markt behauptet.

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